Mittwoch, 21.11.2018
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Hannover 96 – direkter Wiederaufstieg in Sicht

Dank erfolgreicher Zweitligasaison hat man Hannover 96 wieder lieb. Quelle: Christian Mueller – 351713744 / Shutterstock.com

Letzte Saison stieg Hannover 96 sang- und klanglos als Tabellenletzter aus der 1. Fußball-Bundesliga ab. Trotz zahlreicher Abgänge war der direkte Wiederaufstieg das erklärte Ziel der Niedersachsen. Und tatsächlich ist man aktuell ganz oben mit dabei.

Umbruch bei Hannover 96

Hannover 96 – Platzierungen und Erfolge. Quelle: eigene Darstellung

Nach dem Abstieg aus der 1. Liga brach die Mannschaft auseinander. Sage und schreibe 15 Spieler verließen die Niedersachsen, darunter zahlreiche Leistungsträger:

Spieler
Leon Andreasen
Marcelo
Hiroshi Kiyotake
Hiroki Sakai
Christian Schulz
Ron-Robert Zieler
Hugo Almeida
Position
Mittelfeld
Abwehr
Mittelfeld
Abwehr
Abwehr
Tor
Sturm
Im Verein seit
2009
2013
2014
2012
2007
2010
2016

Weiterhin verließen Mevlüt Erdinc, Ceyhun Gülselam, Alexander Milosevic, Allan Saint-Maximin, Ádám Szalai, Hotaru Yamaguchi, Babacar Guèye und André Hoffmann den Verein.

Ein Präsident, der durchgreift

Man könnte meinen, dass bei Hannover 96 alles im grünen Bereich ist. Weit gefehlt! Anfang März wurden Sportdirektor Martin Bader und Chefscout Christian Möckel entlassen. Zwei Wochen später folgte Trainer Daniel Stendel. Zu diesem Zeitpunkt stand Hannover auf Rang 4 der Tabelle, drei Punkte hinter einem Aufstiegsplatz. Für Präsident Martin Kind ein unausweichlicher Schritt:

„Ich kann unseren Abstieg bis heute nicht akzeptieren. Der direkte Wiederaufstieg ist für uns alternativlos.“

Bader und Möckel, die im Oktober 2015 vom 1. FC Nürnberg kamen, machte er für die Einkaufspolitik verantwortlich, Trainer Daniel Stendel, der das Team in der Saison 2015/16, sechs Spieltage vor dem Abstieg, übernahm, traute er wohl den direkten Wiederaufstieg nicht zu. Mit dem neuen Trainer André Breitenreiter hat die Mannschaft bisher noch kein Spiel verloren.

Undurchsichtige Einkaufspolitik

Schon die Spielereinkäufe stießen dem Präsidenten sauer auf. Von 13 Neuzugängen wussten lediglich drei Spieler zu überzeugen:

  • Marvin Bakalorz kam vom SC Paderborn und stand 23 Mal auf dem Platz.
  • Niclas Füllkrug, der vom Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg kam, wurde 19 Mal eingesetzt.
  • Martin Harnik vom Absteiger VfB Stuttgart spielte 21 Mal.


Alle anderen Neuzugänge hatten deutlich weniger Einsätze oder wurden zwischenzeitlich sogar wieder verliehen.

Den Fans scheint die Saison dennoch Spaß zu machen, denn auch wenn die Mannschaft nicht immer überzeugend spielt, die Ergebnisse sprechen für sich. Von bisher 28 Spielen konnten 15 gewonnen werden, nur der VfB Stuttgart gewann ein Spiel mehr. Verloren geben mussten die Hannoveraner nur 5 Spiele, damit sind sie nach Eintracht Braunschweig die zweitbeste Mannschaft. Wer die Entwicklung der Mannschaft verfolgt, für den können sich Wetten auf Hannover 96 durchaus lohnen.

Hannover 96 in der Vergangenheit

Seit der Gründung der 1. Bundesliga war Hannover 28 Jahre lang erstklassig. 24 Jahre davon war man in der 2. Liga bzw. der Regionalliga zu finden.

Saison
1964/65 – 1973/74
1974/75
1975/76
1976/77 – 1984/85
1985/86
1986/87
1987/88 – 1988/89
1989/90 – 1995/96
1996/97 – 1997/98
1998/99 – 2001/02
2002/03 – 2015/16
2016/17
Liga
1. Bundesliga
2. Bundesliga
1. Bundesliga
2. Bundesliga
1. Bundesliga
2. Bundesliga
1. Bundesliga
2. Bundesliga
Regionalliga Nord
2. Bundesliga
1. Bundesliga
2. Bundesliga

Nach 1975 und 1987 soll nun 2017 der dritte sofortige Wiederaufstieg gelingen. Denn langfristig möchte sich Hannover 96 nicht nur in der Bundesliga etablieren, sondern schielt dabei auch auf internationale Plätze.

 

4 Mannschaften, 2 Aufstiegsplätze

Ein neutraler Beobachter mag die Entlassungen der jüngsten Zeit womöglich nicht so ganz nachvollziehen, spielt Hannover 96 doch oben mit. Nach den Äußerungen von Präsident Kind ist aber auch klar: Er will nichts dem Zufall überlassen, weswegen auch ein Relegationsplatz für ihn nicht in Frage kommt. Schon von Beginn an galten die Hannoveraner neben dem VfB Stuttgart als Aufstiegsfavorit. Auch der 1. FC Nürnberg (letztes Jahr Rang 3 und Verlierer der Relegation), der FC St. Pauli (Platz 4) und der VfL Bochum (Platz 5) wurden hoch gehandelt.

Zu den Favoriten gesellten sich allerdings andere Mannschaften. Neben Hannover und Stuttgart haben noch Eintracht Braunschweig und Union Berlin berechtigte Chancen auf den Aufstieg in Liga 1. Die 4 Mannschaften trennen gerade einmal 3 Punkte. Der Fünfte, Dynamo Dresden, hat mit 9 Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz kaum noch Chancen.

Hannover 96 in der laufenden Saison

In der HDI-Arena soll es nächste Saison wieder Erstligafußball geben. Quelle: Igor Marx – 332193797 / Shutterstock.com

Beste Platzierung: Rang 1, schlechteste: Rang 6. Hannover 96 war bereits am 1. Spieltag Tabellenführer und unterstrich damit die Erwartungen, die man als Verantwortlicher und Fan an die Mannschaft hatte. Durchweg spielte man bisher eine gute bis sehr gute Saison:

  • 15 Spiele wurden gewonnen, 8 gingen unentschieden aus, 5 wurden verloren.
  • 43 Tore schossen die Spieler, das ist hinter Stuttgart und Dresden der drittbeste Wert.
  • 29 Mal musste der Torwart hinter sich greifen, nach Kaiserslautern und Braunschweig ebenfalls der drittbeste Wert.
  • 11 Mal belegte die Mannschaft einen Aufstiegsplatz
  • Die längste Siegesserie dauerte drei Spiele, die längste Pleitenserie nur zwei Spiele lang.
  • Ungeschlagen war Hannover vom 11. bis zum 18. Spieltag.
  • Der höchste Saisonsieg gelang mit 4:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern.
  • Die höchste Saisonniederlage musste man mit 1:4 gegen die SpVgg Greuther Fürth einstecken.
  • Nach dem 12. Spieltag der Vorrunde lag man mit 5 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter auf Platz 4. Zur selben Zeit der Rückrunde ist man Dritter mit nur einem Punkt Rückstand.
  • Von den letzten 5 Vorrundenspielen konnte man 3 gewinnen, 2 gingen unentschieden aus. Gute Vorzeichen für den Rest der Saison.
  • Die Trennung von Trainer Daniel Stendel war die 18. Trainerentlassung der laufenden Saison.
  • Unter dem neuen Trainer André Breitenreiter ging noch kein Spiel verloren.



Quelle:

Igor Marx – 332193797 / Shutterstock.com
Christian Mueller – 351713744 / Shutterstock.com

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