Samstag, 17.11.2018
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Wirtschaftsfaktor Zeitarbeit

lps/Cb. Qualifizierte Zeitarbeitnehmer werden gesucht. Foto: Busche

Mit staatlicher Erlaubnis

lps/Cb. In Deutschland unterliegt die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern besonderen Vorschriften, zum Beispiel dem AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz). Sie ist gemäß § 1 AÜG erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis wird von der aufsichtführenden Behörde, der Bundesagentur für Arbeit, zunächst nur befristet, erst nach dreimaliger Verlängerung unbefristet erteilt. In regelmäßigen Abständen kontrolliert die Behörde Zeitarbeitsfirmen auf die Einhaltung der Vorschriften. Bei mehreren Verstößen kann sie auch die unbefristete Erlaubnis entziehen. Zeitarbeitskräfte finden sich in fast allen Branchen und mit einem großen Spektrum an Qualifikationen, sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblichen und technischen Bereich. Ausgenommen ist das Bauhauptgewerbe, in das gemäß AÜG nicht überlassen werden darf. Das gilt allerdings nur für gewerbliche, nicht für kaufmännische Mitarbeiter. Etwa zehn Prozent der in Deutschland beschäftigten etwa 670000 Leiharbeitnehmer beziehen zusätzlich Arbeitslosengeld II. Nach Angaben des Bundesverbandes Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) sind im Jahr 2010 viele neue Stellen im Zeitarbeitsbereich entstanden. Damit kann die Zahl der Zeitarbeitnehmer auf mehr als 700000 veranschlagt werden. Es werden Menschen eingesetzt, deren Können möglichst genau den Anforderungen angebotener Stellen auf der Seite der Entleiher entspricht. Das gilt für Facharbeiter ebenso wie für Hochschulabsolventen.

In unserem Land decken fünf Branchenriesen 30 Prozent des Marktes ab. Den Rest teilen sich die übrigen fast 10000 Zeitarbeitsfirmen. Ein bedeutender Teil der Leiharbeit ist im gewerblichen Bereich zu finden. Männer sind in Leiharbeitsverhältnissen deutlich in der Überzahl.

Tarifverträge für Zeitarbeit

Gleichbehandlung?

lps/Cb. Zeitarbeitsunternehmen als Verleiher von Leiharbeitnehmern sind gemäß § 9 AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz) verpflichtet, diesen die gleichen wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich der Vergütung zu gewähren, wie sie im Betrieb
des Entleihers gelten. Das bezieht sich grundsätzlich auch auf Sondervergütungen und Jahreszahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld). Zur Ausübung ihrer Rechte können Leiharbeitnehmer vom entleihenden Unternehmen Auskunft über die dort geltenden Bedingungen für vergleichbare Arbeitnehmer verlangen. Vom Grundsatz der Gleichbehandlung kann aber durch einen Tarifvertrag abgewichen werden. Von dieser Regelung macht die Branche in Deutschland Gebrauch. De facto ist damit eine Ungleichbehandlung von "festen" und entliehenen Arbeitnehmern in einem Betrieb vorprogrammiert. Neben drei Flächentarifverträgen für die Zeitarbeitsbranche bestehen noch Haustarifverträge, die nur für das jeweilige Unternehmen gelten.

Bezüglich der immer wieder geäußerten Forderung nach einem Mindestlohn in der Branche ist noch keine Entscheidung in Sicht. Maßgeblich für die tägliche Arbeitszeit der Leiharbeitnehmer ist die Arbeitszeitregelung im entleihenden Betrieb. Überstunden fließen als Guthaben auf ein sogenanntes Arbeitszeitkonto.

Verleiher, Entleiher, Leiharbeitnehmer

lps/Cb. Auch Ingenieure arbeiten als Zeitarbeitskräfte. Foto: Busche

Ein Dreiecksverhältnis

lps/Cb. Leiharbeitnehmer stehen in einem Arbeitsverhältnis zum Zeitarbeitsunternehmen. Gegenüber diesem und nicht gegenüber dem entleihenden Unternehmen gelten die arbeitsvertraglichen, tarifvertraglichen und gesetzlichen Arbeitnehmerrechte.

Tatsächlich erbringen Leiharbeitnehmer ihre Arbeitsleistung aber am Arbeitsplatz des Entleihers. Diesem ist das Recht übertragen, Weisungen zu erteilen. Außerdem hat er den Arbeitsschutz zu gewährleisten. Verhält sich der Leiharbeitnehmer weisungs- und pflichtwidrig, darf nur der Verleiher Abmahnungen oder Kündigungen aussprechen.

Die Weisungsgebundenheit gegenüber dem entleihenden Unternehmen unterscheidet Leiharbeitnehmer von Arbeitnehmern eines sogenannten Subunternehmers, der ebenfalls in einem anderen Unternehmen arbeitet, aber an die Weisungen des Generalunternehmers nicht gebunden ist. Bei der Arbeitnehmerüberlassung wird zwischen dem Verleiher und dem Entleiher ein Stundensatz für die zu leistende Arbeit vereinbart, der aber nicht identisch mit dem Lohn des Leiharbeitnehmers ist. Überlassene Arbeitnehmer können ohne zeitliche Begrenzung von der Zeitarbeitsfirma an denselben Kundenbetrieb verliehen werden. Da der Verleiher normalerweise keine Haftung für die Qualität der geleisteten Arbeit übernimmt, beschränkt sich die Haftung üblicherweise im Rahmen eines Auswahlverschuldens auf die bestellte Qualifikation des Leiharbeitnehmers.

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