Dienstag, 20.11.2018
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Pflegestufen und Pflegegeld

lps/Aw. Eine umfassende Betreuung kostet Geld. Die Pflegeversicherung soll dies absichern. Foto: Niemann

Abgestufte finanzielle Unterstützung


lps/Aw. Unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedlich viel Hilfe. Entsprechend gibt es drei verschiedene Pflegestufen. Um der niedrigsten Pflegestufe I zugeordnet zu werden, müssen durchschnittlich 90 Minuten Hilfe am Tag benötigt werden. Mit wöchentlichen Hilfen beim Baden ist das nicht zu erreichen. Ob die Voraussetzungen für eine Pflegestufe und damit für Leistungen aus der Pflegekasse gegeben sind, wird individuell durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) begutachtet.


"Keine Pflegestufe" ist nicht gleichzusetzen mit "kein Hilfebedarf". Es bedeutet nur, dass der Hilfebedarf geringer ist als regelmäßig und auf Dauer 90 Minuten täglich. Die Sozialämter können auch pflegerische Hilfen übernehmen, wenn keine Pflegestufe anerkannt wurde. Dann findet vorher allerdings eine Prüfung der Vermögensverhältnisse statt. Das Pflegegeld soll dazu dienen, die nötige Hilfe privat und unbürokratisch beschaffen zu können. Es wird direkt an die Versicherten ausgezahlt. Über die Verwendung des Pflegegeldes können die Versicherten frei entscheiden. Die Pflegekasse überprüft das nicht. Wenn der Anspruch auf Sachleistungen nur unvollständig genutzt wird, kann der "Überschuss" anteilig als Pflegegeld ausgezahlt werden. Wer Pflegegeld in Anspruch nimmt wird verpflichtet sich halbjährlich (Pflegestufe III: vierteljährlich) von Pflegeprofis beraten zu lassen.

Demenz im Alltag

lps/Aw. Immer mehr ältere Menschen erkranken an Demenz. Sie benötigen besondere Hilfe. Foto: September

Probleme der Beurteilung


lps/Aw. In öffentlichen Debatten wird seit vielen Jahren beklagt, dass der Hilfebedarf, der infolge einer Demenz entsteht sehr unzureichend berücksichtigt wird. Für die Einstufung in eine Pflegestufe werden nur Hilfen berücksichtigt, die für einige Verrichtungen des Alltags nötig sind. Diese Hilfeleistungen können durch psychische Erkrankung verursacht oder erschwert werden.


Die Alzheimer Krankheit ist eine Sonderform der Demenz. Es gibt auch andere Erkrankungen, die im Alltag ähnliche Folgen haben können. In den Richtlinien zur Einstufung wird deshalb nicht eine bestimmte Diagnose sondern die "erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz" zum Maßstab genommen (§ 45a SGB XI). Dieser Begriff umfasst unterschiedliche Bereiche von Hilfebedarf: unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz), Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen, unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen, tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation, im situativen Kontext inadäquates Verhalten, Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen, Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung, Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben, Störung des Tag-/ Nacht-Rhythmus, Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren, Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren, Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten, sowie zeitlich überwiegende Niedergeschlagenheit.

Pflegedienste

Tipps für die Auswahl


lps/Aw. Einen geeigneten Pflegedienst zu finden ist bei dem großen Angebot gar nicht so einfach. Vielfach wird davon ausgegangen: "Der Bescheid ist positiv, dann wird die Kasse schon jemanden schicken, der sich um alles kümmert." Aber so ist das ganz und gar nicht. Um die Pflege muss man sich selbst kümmern. Private wie gemeinnützige Pflegedienste helfen jedoch bei der Abwicklung der Formalitäten. Privat oder gemeinnützig? Generell unterscheidet man zwischen der Sozialstation eines kirchlichen oder gemeinnützigen Trägers, und einem privaten Pflegedienst. Ob Sozialstation oder privater Pflegedienst, die Qualität der Pflege ist entscheidend.


Beim Preisvergleich stellt sich schnell heraus, dass es unter den Pflegediensten große Unterschiede gibt. Ein Grund hierfür kann die Bezahlung der Pflegekräfte unter Tarif sein. Während manche Dienste auf ihre langjährige Erfahrung im Bereich der häuslichen Krankenpflege verweisen, kontern die anderen mit einem breit gefächerten Leistungsangebot.


Man frage ruhig Betroffene nach ihren Erfahrungen. Bei seiner Suche sollte man sich einmal im Bekanntenkreis umhören, ob und welche Erfahrungen mit Pflegediensten gemacht worden sind. Die Adressen der Pflegedienste sind im Branchen-Telefonbuch zu finden. Sie können aber auch bei der örtlichen Krankenkasse in Erfahrung gebracht werden. Der erste Eindruck ist wichtig.

Verschiedene Pflegeformen

lps/Du. Auch die Haushaltshilfe gehört zur häuslichen Krankenpflege. Foto: Sunilo

Wieder zu Hause selbstständig sein


lps/Du. Die Häusliche Krankenpflege ist vielfältig definiert. Sie beinhaltet die erforderliche Behandlungspflege (z. B. Medikamentenabgabe, Injektionen oder Verbandswechsel), die Grundpflege (z. B. Körperpflege, Bewegung, Hilfe bei der Ernährung) und die hauswirtschaftliche Versorgung (z. B. Kochen, Wohnung aufräumen oder Einkaufen). Welche Verrichtungen in welchem Umfang und für welche Dauer verordnungs- und genehmigungsfähig sind, wird in Richtlinien zwischen Krankenkassen und Ärzten vereinbart.


Der Gesetzgeber hat insbesondere - wie schon das BSG zuvor - die Orte konkretisiert, an denen die häusliche Krankenpflege stattfinden kann, nämlich im Haushalt oder der Familie der zu pflegenden Person, aber auch an einem sonstigen geeigneten Ort, insbesondere in betreuten Wohnformen, Schulen, Kindergärten und bei besonders hohem Pflegebedarf auch in Werkstätten für behinderte Menschen. Für die medizinische Behandlungspflege in stationären Einrichtungen gilt, dass für die Versicherten bei einem besonders hohen Bedarf an Behandlungspflege ausnahmsweise ein Anspruch auf Leistungen nach dem § 37 SGB V besteht. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt in Richtlinien fest, an welchen Orten und in welchen Fällen Leistungen der häuslichen Krankenpflege auch außerhalb des Haushalts und der Familie des Versicherten erbracht werden können.

Krankenpfleger: Moderner Samariter

lps/Du. Die Krankenpflege wird bereits in der Bibel beschrieben. Dort wird sie den sieben Werken der Barmherzigkeit zugeordnet. Dies dokumentiert zum Beispiel die Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37). In früher Zeit kümmerte man sich um erkrankte Pilger und errichtete Hospitäler entlang der Pilgerwege. Auch in Europa wurden später Hospitäler für die an Lepra erkankten Menschen gebaut. Ähnliches widerholte sich im 14. Jahrhundert für die Opfer der Pest. Auch sie mussten besondere Bleiben bekommen.


Viele heiliggesprochene Menschen wurden durch ihre Tätigkeit in der Krankenpflege berühmt. Die Vinzentinerinnen waren die ersten, die die Krankenpflege organisierten. Florence Nightingale war die Mutter der professionellen Krankenpflegeausbildung in Großbritannien. Der Pastor Theodor Fliedner gründete nach ihrem Vorbild in Kaiserswerth das erste Diakonissenhaus. Gründer der gesellschaftlichen (im Gegensatz zur kirchlichen) Krankenpflegeausbildung war Henri Dunant.


Die Pflege hat mittlerweile eine solide wissenschaftliche Basis, die in den letzten Jahrzehnten immer breitgefächerter wurde. Die deutschsprachigen Länder sind dabei, den Vorsprung der angelsächsischen Länder in der Pflegewissenschaft aufzuholen. Die Krankenpflegeausbildung gehört zu den anspruchsvollsten Ausbildungen der nichtakademischen Berufe.

Der Ambulante Dienst hilft

lps/Du. Professionelle Hilfe leistet der Ambulante Dienst und entlastet bei häuslicher Pflege. Foto: Rember

Häusliche Krankenpflege durch Professionelle


lps/Du. Mit Hilfe des Ambulanten Dienstes soll älteren und / oder pflegebedürftigen Menschen ein Leben in ihrer häuslichen Umgebung und somit im vertrauten sozialen Umfeld ermöglicht werden - trotz Krankheit oder Einschränkungen bei der Bewältigung des Alltags. Gemeinsam mit Angehörigen und Freunden versuchen ambulante Pflegekräfte den Wunsch nach Selbstständigkeit so lange wie möglich zu verwirklichen. Gerade für pflegende Angehörige ist die Einschaltung eines Ambulanten Dienstes oft eine wichtige Erleichterung. Dank professioneller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sie dem Pflegenden einen großen Teil der Verantwortung abnehmen. Sie bieten ihnen Rückhalt und geben ganz praktische Tipps, die die täglichen Aufgaben erleichtern.


Ein Anruf genügt meist und bereits am nächsten Tag können sie zuverlässig mit deren Hilfe rechnen. Praktische Hilfen und Beratung leisten die Ambulanten Dienste ebenfalls. Sie bieten eine umfassende Versorgung an: Grundpflege (z. B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität), Behandlungspflege nach medizinischer Verordnung (z. B. Verbandswechsel, Medikamentengaben), Hauswirtschaftliche Hilfen (Essen zubereiten, Einkaufen, Begleitung zum Arzt) und eine 24-stündige Erreichbarkeit durch den Pflegenotruf.


Außerdem beraten sie kompetent zu zahlreichen Themenbereichen: die Beschaffung von Pflegehilfsmitteln, die Vermittlung von Dienstleistungen wie Fußpflege, Friseur, Essensdienst, Krankengymnastik oder die Anpassung der Wohnung bei Behinderungen. Der Pflegenotruf garantiert Angehörigen und ihren zu pflegenden Personen meist sofortige Hilfe rund um die Uhr. Dank der engen Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel der Tagespflege, sind auch weitergehende Leistungen möglich.

Betreutes Wohnen

lps/Aw. Selbstständig wohnen bei optimaler Betreuung - das soll betreutes Wohnen leisten.

Die Alternative zum Pflegeheim


lps/Aw. Wenn man älter wird, fallen alltägliche Verrichtungen nicht mehr so leicht. Gleichzeitig sind viele ältere Menschen aber noch agil, dass sie nicht in ein Pflegeheim möchten. Die vertraute Umgebung ist den meisten Menschen wichtig. Betreutes Wohnen kann eine Alternative sein, so selbstbestimmt wie möglich zu leben und soviel Hilfe wie nötig zu erhalten. Als betreutes Wohnen für Senioren wird eine Wohnform bezeichnet, in denen alte Menschen von Pflegekräften dahingehend betreut werden, dass bei gleichzeitiger Unterstützung zur Bewältigung der individuellen Probleme die größtmögliche Autonomie gewährleistet wird. Die rechtliche Betreuung ist in der Regel darin nicht eingeschlossen. Es gibt verschiedene Formen der Betreuung, je nach individuellem Bedarf. So gibt es Personen, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst erhalten, je nach Bedarf wenige Stunden pro Woche oder mehr. Hierbei ist oft nur wichtig, dass die zu betreuende Person an ihre regelmäßigen Pflichten erinnert wird, also eine Hilfestellung für alltägliche Erledigungen erfährt. Als Wohnform gehört Betreutes Wohnen nicht zu den Heimen im Sinne des Heimgesetzes. Rechtlich besteht jeweils ein eigenständiger Haushalt mit einem sozialpädagogischen Betreuungsangebot, dessen Inhalte vertraglich geregelt sind. Meist ist das betreute Wohnen an Pflegeheime angeschlossen oder in ähnliche Institutionen integriert.

Mehrgenerationen-Wohnen

lps/Aw. Alt und Jung leben zusammen. Mehrgenerationen-Häuser machen es möglich. Foto: Cleveland

Eine alternative Lebensform im Alter


lps/Aw. Früher war es vollkommen normal, dass mehrere Generationen gemeinschaftlich wohnten und wirtschafteten. Großeltern übernahmen oft die Betreuungsfunktion für die kleineren Enkelkinder. Dieses Wohn- und Lebenskonzept brachte ein großes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit mit sich.


Aus diesen Erfahrungen hat man beim heutigen Mehrgenerationen-Wohnen gelernt. - An die Stelle von den früher (wie heute) oft problematischen, verwandtschaftlichen Bindungen treten heute ideelle Bindungen. Ziel dabei ist es die Annehmlichkeiten der früheren Wohngemeinschaft zu erlangen, ohne dabei die damaligen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Es geht um ein Gefühl von Geborgenheit, das ohne Enge existiert. Um einen intellektuellen Austausch und intellektuelle Anregungen ohne jegliche Denkverbote. Vor allem ältere Menschen genießen das Mehrgenerationen-Wohnen, weil sie dadurch mehr Selbstbewusstsein bekommen, wenn sie feststellen, dass andere Menschen von ihrer Lebenserfahrung profitieren. Oft kommt es innerhalb von Mehrgenerationen-Wohnen zu regelrechten Wahlverwandtschaften - da sucht sich ein Mädchen eben selbst seine Omi aus oder der Mann der Nachbarin wird zum Vaterersatz für den Sohn einer allein erziehenden Mutter. Hinzu kommt, dass Ältere immer eine helfende Hand finden, wenn sie sie einmal benötigen.

Das Pflegepersonal

lps/Du. Das Berufsbild des/der Gesundheits- und Krankenpflegers/in ist vielfältig und bedarf eines hohen Qualifizierungsstandards. Foto: Rönschler

Gute Ausbildung - gute Dienstleistung


lps/Du. Das alte Krankenpflegegesetz (KrPflG) von 1985 wurde im Jahr 2003 überarbeitet. Am ersten Januar 2004 trat das neue Krankenpflegegesetz in Kraft. Es führte eine neue Berufsbezeichnung für zukünftig ausgebildete Krankenpflegekräfte ein: Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger. Die neue Bezeichnung ist an die Stelle der alten Bezeichnungen Krankenschwester bzw. Krankenpfleger getreten. Pflegekräfte, die nach dem altem Gesetz ausgebildet wurden, dürfen wahlweise die alte oder die neue Bezeichnung verwenden. Sinn der neuen Namensgebung war es, das erweiterte Aufgabenfeld in Richtung Gesundheitsvorsorge und Beratung hervorzuheben.


Die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in geht über einen Zeitraum von drei Jahren. Sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Ein Mindestalter für Auszubildende wird vom Gesetz nicht mehr vorgeschrieben.


Die Ausbildung wird durch die neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung in 2100 Theorie- und 2500 Praxisstunden aufgeteilt.
Sie wird an den Krankenhäusern angeschlossenen Krankenpflegeschulen durchgeführt, die staatlich anerkannt sein müssen. Die Praxisanleiter müssen über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung und über eine berufspädagogische Zusatzausbildung im Umfang von mindestens 200 Stunden verfügen. Integrierte Ausbildungen, in denen sich die Schüler nach einer Orientierungsphase für eine Spezialisierung in Richtung Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege entscheiden können werden ebenfalls angeboten.


Dies ist eine Tendenz zu einer generalisierten Pflegeausbildung, wie sie es in anderen Ländern bereits gibt.

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