Sonntag, 18.11.2018
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Verschärfte Anforderungen, bessere Förderung

lps/Du. Moderne Heizungen arbeiten effektiv und kostengünstig. Und - es gibt Zuschüsse dafür. Foto: ASUE

Seit Oktober gilt die neue EnEv

lps/Du. Seit dem 1. Oktober gilt die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie erhöht das Anforderungsniveau an die energetische Qualität von Neubauten und Altbauten. Wird ein Haus neu gebaut, muss der Jahresprimärenergiebedarf um 30 Prozent niedriger liegen als noch nach der EnEV 2007. Auch die Wärmedämmung des Gebäudes muss im Durchschnitt 15 Prozent effektiver sein als bisher.

Bei Altbauten gilt: Werden mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche des gesamten Gebäudes geändert, müssen die Anforderungen der EnEV-Novelle erfüllt werden. Das bedeutet: Beim Dämmen von Wänden oder Austausch von Fenstern müssen die neuen Bauteile einen um 30 Prozent besseren energetischen Wert aufweisen als bisher gefordert. Alternativ kann der Hauseigentümer auch dafür sorgen, dass der Jahresprimärenergiebedarf des gesamten Gebäudes um 30 Prozent sinkt. Um dies zu erreichen, kann neben einer effizienten Gebäudehülle eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden. Die Novelle der Verordnung schreibt aber auch umfangreiche Nachrüstpflichten vor. Darum ist die Übergangsfrist für den Austausch von alten Öl- und Gasheizkesseln, die vor 1978 eingebaut wurden, Ende 2008 ausgelaufen und der weitere Betrieb nicht mehr gestattet.

Die Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke wurde verschärft und ausgeweitet. Die Verpflichtung, dass Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen gedämmt sein müssen, besteht weiter fort. Aber auch elektrische Nachtspeicherheizungen müssen in Wohngebäuden ab sechs Wohneinheiten in bestimmten Fristen ausgetauscht werden.

Doch wurden nicht nur die Anforderungen verschärft. Fast gleichzeitig wurden auch die Förderprogramme in diesem Zusammenhang angepasst. Wer also energieeffizient saniert oder neu baut, profitiert gegenwärtig von niedrigen Zinsen und attraktiven staatlichen Förderungen.

Abgehängte Decken

Eine Maßnahme mit vielen Vorteilen

lps/Du. Was erst einmal nach einer Groß-Aktion klingt, ist mit Hilfsmitteln aus dem Fachmarkt und etwas handwerklichem Geschick relativ einfach: Das Abhängen einer Decke. Eine Maßnahme, die viele Vorteile hat und eine überraschende Wirkung im neu gestalteten Raum erzeugen kann.

An zwei gegenüberliegenden Raumwänden werden durchlaufende Leisten auf der Höhe der gewünschten Deckenhöhe befestigt. An diese Leisten werden anschließend die tragenden Verstrebungen montiert und - wenn möglich - an der Originaldecke verankert. Dafür gibt es vorgefertigte Profile und so genannte Schnellabhänger, die stufenlos variiert werden können. So entsteht ein Lattengeflecht, an dem die neuen Deckenplatten befestigt werden können. Die Nähte zwischen den Platten werden ausgespachtelt, die neue Decke wird je nach Wunsch und Geschmack gestrichen, tapeziert oder anderweitig verkleidet.

Die Decke abzuhängen kann eine Lösung für ganz verschiedene Probleme sein. So können damit ohne viel Aufhebens schiefe Decken ausgeglichen werden. Die energiefressenden hohen Decken mancher Altbauten können so korrigiert werden. Lüftungsschächte und frei liegende Leitungen können dahinter versteckt werden.

Der Zwischenraum kann zusätzlich dafür genutzt werden, zusätzliche Wärmedämmung zu erreichen. Dazu wird die beim Abhängen entstandene Hohlschicht mit Dämmstoff-Elementen ausgekleidet. Besonders in Mehrparteienhäusern kann Trittschalldämmung ein Argument für das Abhängen von Decken sein. Hier werden zusätzlich schallisolierende Materialien in den Hohlraum montiert.

Mut zur Farbe

lps/Du. Mit farbigen Wänden kann man in allen Räumen interessante Akzente setzen. Foto: K. Spengler / kitub

Nicht nur weiße Wände sind schön

lps/Du. Dass Farben die Stimmung beeinflussen können, ist nicht neu. Aber noch gibt es wenige Menschen, die dieses Wissen bei der Gestaltung ihrer Wohnung berücksichtigen. Dabei tut Farbe nicht nur gut, die Wirkung der Räume ist oft auch überraschend.

Rottöne wirken anregend und steigern die Energie. Eine Farbe also, die gut in das Arbeitszimmer passt. Blau hingegen wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, die gut zum Schlafzimmer passen könnte. Grün soll gut gegen Stress und Erschöpfung sein, Orange gut für die Lebensgeister, Gelb für das Immunsystem.

Wer nicht gleich alle Wände neu streichen will, kann die Farbwirkung beispielsweise auch mit Hilfe passender Dekoration, der Wahl farbiger Vorhänge, Tischtücher oder Stuhlhussen nutzen.

Räume, die mehrere Funktionen haben, können mit Hilfe der Farben optisch geteilt werden. Ein Beispiel hierfür wäre eine in grün gehaltene Essecke in einer ansonsten gelben Küche. Wem das zu krass erscheint, der kann auch erst einmal grüne Akzente in der Essecke arrangieren.

Der Phantasie sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Bei der Wandgestaltung sei aber vor zu viel Farbe gewarnt. Oft reicht es, mit Farbnuancen und geringen Beimischungen zu arbeiten. Oder sich erst einmal auf Tür- und Fensterrahmen zu konzentrieren. Ansonsten kann - was gut gemeint ist - schnell zur Reizüberflutung führen.

Bad als Lebensraum

lps/Du. Ein Massage-Duschkopf für mehr Luxus im Bad. Foto: K. Spengler / kitub

Funktionalität mit Flair kombinieren

lps/Du. Das Badezimmer ist ein Raum, der in der Regel mehr nach Gesichtspunkten der Funktionalität denn nach Wohlfühl-Kriterien eingerichtet wird. Wenn man bedenkt, wie oft und wie lange der Mensch sich täglich in diesem Raum aufhält, lohnt es sich, dieses Konzept einmal zu überdenken. Denn inzwischen gibt es zahlreiche Lösungen für verschiedene Raumgrößen und alle Geschmäcker der Benutzer.

Spas, Whirlpools, Dampfkabinen und Massagepaneele sind dabei sicher die Luxusversion und lohnen sich nur, wenn sie auch ausreichend genutzt werden können. Hier ist in jedem Fall eine Beratung durch Fachfirmen nötig.

Aber auch kleine Erneuerungen und Ergänzungen haben schon große Wirkung und können oft problemlos umgesetzt werden. Dazu gehört beispielsweise der Austausch des klassischen Düsenkopfes von Badewanne oder Dusche durch eine Version mit Massagefunktion oder eine Nackenrolle beziehungsweise eine Lese- oder Getränkeinsel für die Badewanne.

Durch eine Musikquelle oder auch durch Grünpflanzen wirkt das Bad wohnlicher, was das Wohlbefinden erhöhen kann. Je nach Geschmack können auch Aromaöle oder Duftlampen zum Einsatz kommen. Bedacht werden muss allerdings bei allen Installationen, dass sie den besonderen Bedingungen des Raumes, unter anderem der erhöhten Feuchtigkeit, gewachsen sind. Denn Sicherheit sollte bei allem Flair an erster Stelle stehen.

Alte Bauten wieder dicht bekommen

Mit neuen Fenstern Energie sparen

lps/Du. Besonders bei Häusern älteren Baujahrs sind Undichtigkeiten z. B. durch Ritzen und Fugen schlechter oder überalteter Fenster zu finden. Durch den Einbau neuer dichter Fenster fehlt diese "Selbstlüftung". Die Dichtheit der neu eingebauten Fenster führt bei nicht ausreichender Belüftung zu einer immer höheren Luftfeuchtigkeit, die sich an kalten Innenwänden niederschlägt, die Mauern durchnässt und so den Schimmelpilzen den entsprechenden Nährboden bietet.

Schimmelpilze bilden Sporen aus, die Ursache schwerer Allergien werden können. Richtiges Lüften sorgt nicht nur für Komfort, Fitness und Gesundheit, sondern dient auch der Werterhaltung der Bausubstanz. Steigt der Kohlendioxidgehalt der Atemluft über 0,1 Vol. Prozent, reagiert der Organismus mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Raumluftabhängige Feuerstätten wie Kamine, Gasboiler oder Zimmeröfen benötigen große Mengen an Verbrennungsluft. Ein Blick zeigt, in welch hohem Maß in unseren Wohnungen Nässe anfällt: So verursacht ein Drei-Personen-Haushalt pro Tag rund zwölf Liter Feuchtigkeit (Statistisches Bundesamt). Bei neuen Gebäuden sprechen allerdings neben Energiespargesichtspunkten auch bauphysikalische Gründe dafür, auf eine zu hohe Luftdichtigkeit zu achten. Wenn warme Innenluft mit einem hohen absoluten Feuchtegehalt durch die Fugen dringt, kann dies dort zu Tauwasserbildung und damit zu erheblichen Bauschäden führen. Das Öffnen von Fenstern und Türen ist stark vom individuellen Verhalten und der Disziplin des Hausbesitzers und seiner Familie abhängig. Nicht selten werden die Fenster über einen längeren Zeitraum gekippt. Das verursacht übergroße Luftwechselraten. Darunter versteht man das Verhältnis des durchschnittlichen Luftaustausches zum belüfteten Raumvolumen. Auch ein ständiger Luftzug, oder ein erhöhter Wärmebedarf sind Ursache für geringe Luftfeuchte.

lps/Du. Gute Fenster sind ein Stück Lebensqualität. Sie sorgen für Lüftung und Kommunikation. Foto: Pierre

Nie wieder kalte Fenster

Bauelemente werden weiter optimiert

lps/Du. Früher waren Fensterplätze in Wohnungen manchmal beliebt - manchmal auch nicht.

Im Winter waren sie es meist nicht, weil sie oft die kältesten Stellen im Haus waren. Bei Frost konnte man Eisblumen auf ihnen wachsen sehen - oder sie waren stets beschlagen.

Diese Zeiten sind längst vorbei, weil die Industrie im Zeichnen knapper und teurer werdender Energie auch die Fenster stets optimiert und dabei Dämmwerte erreicht hat, die man früher nicht für möglich hielt. Inzwischen geht die Innovation weiter. Ein völlig neuer Fenstertyp aus faserverstärktem Hightech-Werkstoff hilft Bauherren und Modernisierern kräftig beim Geld sparen - und das auf äußerst komfortable Art und Weise.

Neue Dichtungssysteme und hochwertige Beschlagteile sorgen inzwischen für die kinderleichte Bedienung der Fenster und lassen Geräusche und Gerüche draußen. Dieser Effekt kann durch Schallschutzglas noch verstärkt werden. Die Werkstoffeigenschaften des Profilmaterials erzeugen eine sehr glatte Oberfläche, die sich leicht und schnell abwischen lässt - auch auf der Rahmeninnenseite, sie ist ohne Rillen ausgebildet. Der Clou ist die perfekte Zusammenarbeit von Werkstoff, Profilstruktur, Isolierverglasung, Wärmedämmung, Beschlagtechnik und Dichtungskonzept. Je nach baulicher Situation und Ausstattung können Hausbesitzer mit den Fenstern der neuen Generation bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen. Da rechnet sich die Investition schon nach wenigen Jahren, und künftige Verschärfungen der Energieeinsparverordnung werden schon heute erfüllt.

Besonders wichtig dabei: Die Formen- und Farbenvielfalt sind inzwischen sehr groß, so dass keine Gestaltungswünsche offen bleiben - weder im Neubau noch bei der Modernisierung.

lps/Du. Neue Fenster finden auch in denkmalgeschützten Häusern zunehmend mehr Anwendung. Foto: Weru

Zuschüsse für Pellet-Öfen

Staat fördert Umrüstung

lps/Du. Dem Staat liegt die Nutzung erneuerbarer Energien am Herzen. Deshalb kann das zuständige Bundesamt unter anderem die Umrüstung auf Pellet-Öfen bis Ende 2012 finanziell fördern. Diese Öfen sind umweltfreundlich und inzwischen oft mit automatischer Steuerung ausgerüstet. Wer davon profitieren möchte, muss einen "Antrag auf Basisförderung einer Anlage zur Verbrennung von fester Biomasse" stellen. Formblätter können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle angefordert werden.

Dort gibt es auch Auskunft darüber, welche Anlagen förderfähig sind. Kriterien für solche Geräte sind unter anderem die Einhaltung bestimmter Emissionsgrenzwerte sowie ein Wirkungsgrad von mindestens 89 Prozent.

Die Fördersumme darf laut Gesetz maximal 20 Prozent der Investitionssumme betragen. Wichtig zu beachten ist, dass hierfür der Netto-Wert zugrunde gelegt werden muss.

Für einen luftgeführten Pellet-Ofen gibt es zurzeit bei Umrüstung maximal 500 Euro. Wer neu baut erhält weniger Geld und zwar bis zu 375 Euro. Begründet wird diese Unterscheidung damit, dass für Neubauten im Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) grundsätzlich die Einbeziehung erneuerbarer Energien vorgeschrieben worden ist.

Dem oben erwähnten Antrag beigefügt werden muss noch eine Kopie der Rechnung und die als Anlage beigefügte Fachunternehmererklärung. Letztere kann vom Schornsteinfeger oder vom Fachinstallateur ausgefüllt werden.

Spätestens wenn die neue Anlage ein halbes Jahr in Betrieb ist, muss der Antrag beim Bundesamt vorliegen. Interessierte sollten sich vor der Kalkulation über aktuelle Änderungen der Förderrichtlinien erkundigen und beachten, dass es keinen Rechtsanspruch auf einen Zuschuss gibt.

lps/Du. Geld verheizen lohnt sich nicht. Pelletöfen werden staatlich gefördert und sparen Energie. Foto: K. Spengler / kitub

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