Sonntag, 18.11.2018
Homepage » Ratgeber » US-Medien sprechen sich für ein Ende des Kuba-Embargos aus

US-Medien sprechen sich für ein Ende des Kuba-Embargos aus

Zum 23. Mal verurteilte die UN-Vollversammlung das Handelsembargo der USA gegen Kuba. Von den 193 Mitgliedstaaten sprachen sich 188 dafür aus, die Sanktionen zu beenden ‚ darunter auch Deutschland. Gegen eine Aufhebung der Handelsbeschränkungen stimmte außer den USA nur Israel. Noch vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York forderten einflussreiche amerikanische Medien und Experten aus Politik und Wirtschaft ein Ende der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen den karibischen Inselstaat.

Vor 54 Jahren wurden die ersten Maßnahmen eines Kuba-Embargos vom damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower verhängt. Die US-Blockadepolitik richtete sich offiziell gegen die Castro-Regierung, traf in erster Linie jedoch das kubanische Volk. Kuba, das als Tabakanbaugebiet weltweite Anerkennung genießt, leidet jedoch nicht nur unter den Auswirkungen des US-Embargos. Auch strukturelle Probleme der staatlichen Zentralwirtschaft bereiten der kubanischen Wirtschaft Schwierigkeiten. Dennoch sehen Wirtschaftsexperten die Karibikinsel als interessanten Zukunftsmarkt. Zu diesem Schluss kam auch Google-Chef Eric Schmidt, der Kuba Ende Juni einen zweitägigen Besuch abstattete, um ein freies und offenes Internet zu fördern. "Kuba wird seine Wirtschafts- und Handelspolitik öffnen müssen‚" schrieb Schmidt im Anschluss an seine Reise. "Und die USA müssen ihre Geschichte überwinden und das Embargo beenden. Beide Länder müssen schwierige politische Entscheidungen treffen, aber es wird sich lohnen."

Internettechnisch ist Kuba auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Der kubanischen Statistikbehörde zufolge haben nur knapp drei Prozent der Bevölkerung Zugang zum World Wide Web. Damit hat Kuba die niedrigste Internet-Zugriffsrate aller lateinamerikanischen Länder. Die Regierung macht für diesen Umstand die US-Blockade verantwortlich, die Kuba den Zugriff zu Unterseekabeln in der Karibik versage. Erst 2011 wurde ein Unterseekabel zwischen Kuba und Venezuela verlegt, das der Insel, die ihre Internetverbindung bis dahin ausschließlich über eine Satellitenverbindung herstellte, endlich den Zugang zu Breitbandinternet ermöglichte.

In den USA werden mittlerweile immer mehr Stimmen laut, die eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Havanna und Washington fordern. Der New York Times zufolge sind 52 Prozent der US-Bevölkerung für ein Ende der Blockade gegen Kuba. Eine Forderung, die nicht ganz uneigennützig ist. Schließlich schadet das Embargo den ökonomischen Interessen der US-Unternehmen mehr als es ihnen nützt. Denn Google und Co. sind außen vor, während der kubanische Markt Investoren aus Russland und China überlassen wird.

Softlink


Sozial

Sudoku

 
 

Kleinanzeigen