Trotz erster Engpässe keine Not auf Intensivstationen

Im Intensivbereich  des Heidekreis-Klinikums gibt es sogenannte Standardintensivbetten und solche, die mit einem Beatmungsplatz ausgestattet sind. Letztere sind in der aktuellen Behandlung von Covid-19-Patienten besonders wichtig. Foto: at

Im Intensivbereich des Heidekreis-Klinikums gibt es sogenannte Standardintensivbetten und solche, die mit einem Beatmungsplatz ausgestattet sind. Letztere sind in der aktuellen Behandlung von Covid-19-Patienten besonders wichtig. Foto: at

Über das Divi-Intensivregister werden deutschlandweit die Intensivkapazitäten von rund 1300 Akutkrankenhäuser erfasst. Danach haben inzwischen das Heidekreis-Klinikum und das Diakonieklinikum in Rotenburg/Wümme erste Engpässe bei der Belegung gemeldet. Die Aller-Weser-Klinik in Verden ist im Intensivbereich sogar völlig ausgelastet.

Das bedeute aber nicht, so HKK-Sprecherin Nina Bernard, dass keine Covid-19-Patenten oder Notfälle aufgenommen werden können: „Das werden wir immer tun. Niemand im Heidekreis muss sich Sorgen machen, dass wir im Notfall nicht da wären.“

Die Meldung an das Register begründet sich darin, dass das Heidekreis-Klinikum zu den Häusern gehört, die in dieser zweiten Corona-Welle keine Freihaltepauschalen bekomme: „Wir arbeiten im Regelbetrieb weiter.“ Das heiße, dass auch Patienten auf der Intensivstation behandelt werden, die nicht an Covid-19 erkrankt sind. Gleichwohl heißt das aber auch, dass ein Personalschlüssel eingehalten werden muss. In der Tagschicht dürfe eine Pflegefachkraft zweieinhalb Patienten, in der Nacht dreieinhalb Patienten betreuen. Bei Covid-Patienten dürfe eine Pflegekraft sich allerdings ausschließlich (mit dem gleichen Schlüssel) nur um diese kümmern. Da aktuell im Krankenhaus Walsrode ein Patient behandelt werde, ist eine Pflegekraft eben ausschließlich für diesen da, quasi gebunden.

„Wenn wir an die sogenannte Personaluntergrenzen stoßen, melden wir dem Divi-Register, dass wir nicht mehr aufnehmen können oder eben nur noch wenige Plätze haben“, erklärte Bernard. Das Haus sei ausgelastet, „aber wir halten die gesetzlich vorgeschriebenen Betten für Corona-Patienten frei und sind darüber hinaus auf ein weiter steigendes Aufkommen von Covid-19-Patienten vorbereitet“, erklärt ebenso der Unternehmenssprecher des

Agaplesion-Diakonieklinikums, Matthias Richter. Das Zentrum für Intensivmedizin verfüge regulär über 26 Betten, könne kurzzeitig um zwei Betten und weitere Beatmungsgeräte aufstocken. Dazu allerdings müsse Personal aus anderen Bereichen umgesteuert werden. Aktuell drohe kein Engpass, „weil wir schnell Kapazitäten schaffen können“. Im schlimmsten Falle müssten geplante Eingriffe verschoben werden. Zurzeit habe man fünf freie Betten.

Das HKK hatte am gestrigen Mittwoch 17 Betten belegt, drei sind frei, es gibt einen Covid-Patienten. Dieser, so Bernard, sei nicht intubiert. Er werde jedoch nicht-invasive beatmet. Das bedeute, er erhalte eine hohe Sauerstoffkonzentration mit einem entsprechenden Druck über eine Gesichtsmaske. Dadurch werde die Lunge besser belüftet und die Sauerstoffversorgung des Patienten sichergestellt.