Sonntag, 18.11.2018
Homepage » Ratgeber » Reitsport aktuell

Hohe Schule für alle

Barockreiten im Trend

lps/Du. Seit einigen Jahren erlebt das Barockreiten eine Renaissance. Anders als zu ihrer Entstehungszeit im ausgehenden 18. Jahrhundert ist diese Reitweise kein Vergnügen des Adels mehr. Heutzutage versteht man darunter eine Art des Reitens, die hauptsächlich auf so genannten Barockpferden - auf Lusitanos, Andalusiern, Lipizzanern und Friesen - ausgeführt wird. Diese Art der Reiterei wird vorwiegend in Portugal, Spanien und Italien gepflegt. Sie basiert auf einer Leichtigkeit, welche die Sensibilität des Pferdes erhalten und seine Muskulatur stärken und formen soll, damit es den Reiter besser tragen kann und dabei gesund erhalten wird. Elemente der hohen Schule, wie Passage, Piaffe sowie zirzensische Lektionen, wie etwa das Kompliment, sind ebenfalls Bestandteile dieser Reitweise. Je höher der Ausbildungsstand des Pferdes, desto mehr bewegt sich das Tier mit dem Schwerpunkt auf der Hinterhand. Höhepunkt ist die Kapriole.

Die Harmonie mit dem Pferd und die Leichtigkeit, welche sich beim Reiten am lockeren Zügel widerspiegelt, sind das Ziel dieser Ausbildung. Sie beginnt mit dem Longieren des Tieres und mit Bodenarbeit und führt über das Geraderichten und Seitengänge auf dem Zirkel. Die Barockreiterei ist für alle Pferderassen und für jeden Reiter verschiedener Ausbildungsstufen geeignet - vom Pony bis zum Barockpferd, vom Ein-oder Umsteiger bis zum Profi.

 

lps/Du. Das Barockreiten dient der Gesunderhaltung des Reitpferdes. Foto: Maro

Artgerecht oder praktisch?

lps/Du. "Box oder Offenstall?", lautet die Frage für Pferdebesitzer. Wer es seinem vierbeinigen Kameraden so richtig nett machen möchte, entscheidet sich für den Offenstall mit Pferdegesellschaft, denn diese Form der Haltung ist artgerecht. Das Pferd kann selbst entscheiden, ob es Zuflucht vor Hitze und Insekten im gut belüfteten Stall suchen oder sich bei einem Regenschauer eine Dusche im Freien gönnen möchte. Es bekommt Bewegung und kann Kontakt zu seinen Artgenossen pflegen. Ein ausgeglichener Charakter ist die Folge. Der kommt dann auch dem Reiter zugute.

Mancher Pferdehalter meint, dass eine Einzelhaltung besser für das Pferd sei, damit es sich nicht verletzt und keine Parasiten einfängt. Außerdem sei eine warme Box gemütlich. Aus Sicht des Menschen mag das stimmen, auch steht das Pferd für ihn sauber zum Reiten bereit, doch das Pferd sieht das anders: Die Stallluft kann eine Heustauballergie verursachen und in einer noch so geräumigen Box fehlt dem Steppentier die nötige Bewegungsfreiheit. Die muss ein aufgestalltes Pferd täglich durch Weidegang mit Artgenossen erhalten.

Das Mindestmaß der Box sollte für Ponys 3,60 m x 3,60 m, für Großpferde 3,60 m x 4,30 m betragen. Die Wände müssen Blickkontakt zum Nachbarpferd ermöglichen. Ein großes Fenster sollte das Tier mit Tageslicht und frischer Luft versorgen. Tägliches Ausmisten ist unerlässlich.

Westernreiten

Leichtigkeit, aber nicht leicht!

Wer gute Westernreiter in Aktion sieht, wird die Leichtigkeit, die Pferd und Reiter ausstrahlen, bemerken, die gute Abstimmung beider Partner. Das sieht leicht aus, ist es aber nicht. Denn gerade hinter dieser Leichtigkeit steckt eine Menge Arbeit – die sich aber lernen lässt.

Ihren Ursprung hat die Westernreiterei in Amerika, wo die Viehzüchter Cowboys ihre riesigen Rinderherden hüten ließen. Die Reiter mussten sich auf die Arbeit mit dem Rind konzentrieren und war darauf angewiesen, dass sein Pferd auf kleinsten Signale reagiert und vor allem „mitdenkt“. Diese Arbeitsreitweise prägt bis heute die Westernreiterei, die sich auch in Deutschland fest etabliert hat.

Kennzeichnend für diese Reitweise ist, dass die Pferde nur kurze Impuls-Befehle erhalten – die Reiter reiten einhändig, die Zügel hängen die meiste Zeit leicht durch. Umso spektakulärer wirken dann Manöver wie rasante Spins oder Stops. Die Pferde reagieren dabei vor allem auf die Gewichtsverlagerung des Reiters. Anders als in der klassischen Dressur geht es nicht darum, das Pferd ständig in Anlehnung zu reiten und eine Versammlung zu erreichen. Nichstdestotrotz müssen Westernpferde ausgiebig gymnastiziert, um diese Bewegungen ausführen zu können – intensiv gerittene Westernpferde sind oftmals echte Muskelpakete.

Die bekanntesten Western-Disziplinen sind das Reining (eine Dressur im Westernreitstil), Cutting (das Aussortieren eines Rindes aus einer Herde), Working Cowhorse (die Arbeit am Rind), Plesure (das Reiten in allen Gangarten mit möglichst unsichtbaren Hilfen) und Trail (Gesichlichkeitsübungen wie das Überqueren einer Brücke oder das Durchreiten eines Tores, ohne die Hand vom Tor zu nehmen).

Die Westernreiterei hat vor allem in der Freitzeitreiterei viele Anhänger, denn das sehr entspannte Reiten ist besonders im Gelände und in der Gruppe reizvoll. Grundsätzlich ist jedes Pferd für die Westernreiterei geeignet, man findet gut ausgebildete Haflinger  ebenso auf Turnieren wie die amerikanischen Quarter oder Paint Horses, die natürlich extra für die Westernreiterei gezüchtet werden.

Wer sich für die Westernreiterei interessiert, sollte sich aber einen guten Ausbilder suchen, denn ein Westernsattel und eine Stange statt einer Wassertrense machen noch keinen Westernreiter, und ein cooles, zuverlässiges und „mitdenkendes“ Westernpferd muss gründlich ausgebildet werden.

Folgende Unternehmen empfehlen sich:

Reitsport aktuell


Softlink


Sozial

Sudoku

 
 

Kleinanzeigen