Böhme Zeitung
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Nachwachsende Rohstoffe

lps/Cb. Unser Bild: Rapsfeld Foto: Busche

Nachhaltigkeit des Anbaus

lps/Cb. Für die heimische landwirtschaftliche Produktion von nachwachsenden Rohstoffen gelten die gleichen Regeln wie für den Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen. Unabhängig von der Verwertung sollen die Regeln des Umweltschutzes eingehalten werden. Für die Erzeugung von Rohstoffen in anderen Ländern, vorwiegend außerhalb der EU, ist dies oft nicht gesichert. Insbesondere beim Anbau tropischer Pflanzen kann es nachteilige Umweltwirkungen im Hinblick auf den CO2-Ausstoß, die Biodiversität sowie Wasser und Boden, den Artenschutz und die Ernährungssituation der lokalen Bevölkerung geben. In tropischen und subtropischen Ländern wird der Regenwald vernichtet, um wachstumsreiche Gehölze und Energiepflanzen als Monokulturen anzubauen. Für nachwachsende Rohstoffe, die als flüssige Energieträger Verwendung finden, sind inzwischen europäische Regelungen zu Nachhaltigkeitsstandards geschaffen worden, die allerdings noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

Bei der Erzeugung von Holz bestehen in Deutschland schon gesetzliche Regelungen, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gewährleisten sollen. Ökobilanzen und Lebensweganalysen sind von großer Bedeutung für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen. Deren stoffliche Nutzung kann durch die Substitution fossiler Rohstoffe und die CO2-Bindung, besonders bei langlebigen stofflichen Produkten, zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen beitragen.

Blühstreifen

lps/Cb. Ökologisch wertvoll: Blühstreifen Foto: Busche

Kulturlandschaft verbessern

lps/Cb. Ein wichtiges Ziel des Naturschutzes ist es, die Strukturvielfalt in einem Landschaftsraum zu erhöhen. Die Anlage von vernetzten Blühstreifen ist dabei ein wirksames Instrument. Blühstreifen bieten Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten der offenen Feldflur. Sie können als ökologische Puffer entlang von Gewässern dienen und die Bodenerosion an Hängen vermindern. Ähnlich wie die Anlage eines Ackerschonstreifens wird auch beim Blühstreifen eine blühfreudige Wildkräutermischung eingesät. Durch die Verschönerung des Landschaftsbildes tragen Blühstreifen zur Imageverbesserung der Landwirtschaft bei. In Frage kommende Flächen sollten nicht mit problematischen Ackerunkräutern (Distel, Quecke, Ampfer) belastet sein. Blühstreifen können inmitten der Feldflur oder entlang von Wegen angelegt werden, am besten parallel zur Bewirtschaftungsrichtung. Die Bodenbearbeitung erfolgt wie bei der Getreideaussaat. Gesät wird möglichst flach, im Frühjahr oder im Herbst, um eine zu schnelle Vergrasung der Streifen zu vermeiden.


Nach vier bis fünf Wochen ist meist ein sogenannter Schröpfschnitt nötig, um unerwünschte Kräuter zurückzudrängen. Einjährige Arten wie Klatschmohn oder Kornblume sollen gefördert werden. Entlang von Hecken soll eine Ausweitung der Gehölze verhindert werden. Im Winter werden die Streifen gemulcht.

Auf Blühstreifen dürfen keine Stroh- oder Rübenmieten angelegt werden, und während der Ernte dürfen sie nicht befahren werden. Wird ein Blühstreifen umgebrochen und wieder ackerbaulich genutzt, empfiehlt sich im ersten Jahr die Bestellung mit Wintergetreide. Die Flächen behalten ihren Status als Ackerland und bleiben Betriebsflächen. Beispiel Rheinland: Dort kümmert sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft um die Flächen.

Autonomer Feldroboter

lps/Cb. Spannender Einsatz: Feldroboter Foto: Busche

Neue Technologie

lps/Cb. Angesichts der zügellosen Vermehrung der Bevölkerung, hauptsächlich in den sich entwickelnden Ländern und den Schwellenländern, werden die weltweiten Anstrengungen zur Steigerung der Lebensmittelproduktion noch wichtiger. Die Bereitstellung von immer mehr Nahrung, aber auch die Energieversorgung und Landschaftspflege bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt lassen sich nur mit der Unterstützung innovativer Technologie bewerkstelligen. Fachleute schreiben autonomen Feldrobotern deshalb eine wichtige Rolle zu.

Eine der ersten Roboteranwendungen ist die automatische Erfassung von Pflanzeneigenschaften einzelner Pflanzen zur Pflanzenzucht, was man als "Phänotypisierung" oder "Bonitur" bezeichnet. Der von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von Hochschule und Industrieunternehmen entwickelte Feldroboter "BoniRob" kann dabei sogar eine einzelne Pflanze wiederfinden. Man sieht in dieser Entwicklung eine Revolution für das Feldversuchswesen.

Biogas

lps/Cb. Gülleproduzenten Foto: Busche

Energiequelle der Zukunft

lps/Cb. Biogas entsteht durch den anaeroben Abbau von Biomasse, vor allem von landwirtschaftlichen Substraten wie Gülle und Stallmist oder von sogenannten Energiepflanzen. Dazu zählen zum Beispiel Mais, Roggen und Zuckerrüben. Daneben kann Biogas auch aus organischen Reststoffen aus den Kommunen erzeugt werden. Sie bestehen etwa aus Rasenschnitt, Speiseresten und Nebenprodukten aus der Lebensmittelproduktion. In luftdicht abgeschlossenen Gärbehältern, den sogenannten Fermentern, entsteht durch die Gärungsprozesse mit der Hilfe von Bakterien in mehreren Abbaustufen das Biogas. Die Bakterien gleichen denjenigen, die auch im Verdauungstrakt einer Kuh vorhanden sind.

Wesentlicher Bestandteil von Biogas ist das brennbare Gas Methan. Man kann es gut speichern, in Tanks abfüllen oder in Gasleitungen transportieren. Weil seine Eigenschaften denen des Erdgases gleichen, kann Biogas die bestehende Infrastruktur von Erdgas nutzen oder als Brennstoff für dezentrale Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung im Ort verwendet werden. Nach der Aufbereitung von Biogas (Reinigung und Erhöhung des Methangehalts) kann das so entstehende Biomethan als bisher einziger erneuerbarer Erdgasersatz direkt in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden.

Die Erzeugung von Biogas gewinnt sowohl als Zusatzeinkommen als auch als Haupteinkommensquelle in der Landwirtschaft an Bedeutung. Mit dem Betriebszweig Biogas können niedrige Erzeugerpreise für Nahrungsmittel ausgeglichen werden. Die Verwendung von Energiepflanzen kann sogar die klassischen Nahrungsmittelmärkte entlasten, denn die Preise sind unter Druck geraten. Die bei der Stromerzeugung in Biogasanlagen als Koppelprodukt anfallende Wärme kann wiederum zur Stallbeheizung genutzt werden.

Nachtmilch-Kristalle

lps/Cb. Unser Foto: Milchvieh im Stall Foto: Busche

Neues Agrarprodukt

lps/Cb. Ob bei Schlafstörungen, Jetlag oder auch als "Anti-Aging"-Substanz und Blutdrucksenker, das Hormon Melatonin wird vielfältig eingesetzt. Im menschlichen Körper gebildet, steuert es vor allem den Schlafrhythmus. Bereits ab dem Alter von 25 Jahren nimmt die natürliche Melatonin-Produktion jedoch merkbar ab. Damit nimmt auch die Schlafqualität ab und Alterserscheinungen können auftreten. Einem Unternehmen in Bayern mit Produktionsstätten in Brandenburg ist es nun gelungen, ein Lebensmittel mit hohem Melatoningehalt herzustellen. Auf der weltgrößten Landwirtschaftausstellung, der Grünen Woche in Berlin, wurde das Produkt erstmals vorgestellt. Bisher gab es am Markt nur pharmakologisch hergestelltes Melatonin, dessen Verkauf in Europa entweder nicht oder nur gegen ärztliche Verschreibung erlaubt war. Melatonin kann jetzt in bisher nicht gekannter Konzentration auf natürliche Weise in Nachtmilch gewonnen werden. Die Methode zur Gewinnung von Milchmelatonin liefert die Natur. Tagsüber Sonne oder ersatzweise Biolicht für die Kühe und spezielle Kräuter im Futter. Nachts, wenn die Melatoninkonzentration in der Milch am höchsten ist, werden die Kühe gemolken.

Diese Nachtmilch wird in einem speziellen Verfahren gefriergetrocknet und ist einziger Ausgangsstoff des Produktes. Das Unternehmen hat sich das Verfahren patentieren lassen und produziert sogenannte Nachtmilchkristalle, die rezeptfrei erhältlich sind. Diese enthalten bis 100-mal mehr Melatonin als übliche Milch. Sie werden vor dem Schlafengehen einfach in Milch oder Joghurt gerührt. Damit kann der altersbedingt sinkende Melatoninspiegel täglich wieder aufgefüllt werden. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde die Wirksamkeit des neuen Milchprodukts nachgewiesen.

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