Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags bei Panzertruppenschule Munster

Bevor der Panzer losfährt und schießt, wird die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Dr. Eva Högl, in den Kampfpanzer Leopard 2 eingewiesen.

Bevor der Panzer losfährt und schießt, wird die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Dr. Eva Högl, in den Kampfpanzer Leopard 2 eingewiesen.

Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags besuchte jetzt die Panzertruppenschule in Munster. Der Kommandeur freute sich, Dr. Eva Högl begrüßen zu dürfen, sei sie doch ein wichtiges Bindeglied zwischen Bundeswehr und Parlament.

Brigadegeneral Ullrich Spannuth wollte insbesondere die Möglichkeit nutzen, um der Wehrbeauftragten den Ausbildungsalltag an der Panzertruppen näherzubringen. Das Fahren und Schießen mit dem Großgerät sowie die Gespräche mit den Angehörigen der Schule standen dabei im Mittelpunkt.

„Wer selber mit einem Kampfpanzer geschossen hat, wer selber in einem Schützenpanzer Puma gesessen und erfahren hat, wie komplex die Ausbildungen und Anforderungen an das Personal sind, kann darüber auch authentisch berichten“, verknüpft Spannuth die Erwartungen des Informationsbesuchs.

Daher findet der Auftakt des Besuchs auf einer Schießbahn des Truppenübungsplatzes Bergen statt. Dort lernt Högl den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma kennen. Die Soldaten präsentieren ihre komplexen Arbeitsplätze und die damit verknüpften Ausbildungen und Herausforderungen.

Als Teil der Besatzung den Feuerkampf miterlebt

Besonders bei Leopard 2 und Puma werde der Übergang zwischen dem Analogen und dem digitalen Gefecht gut sichtbar. Die Wehrbeauftragte ließ es sich nicht nehmen, den Leopard 2 selbst vom Kommandantenplatz im scharfen Schuss zu führen, und als Teil der Besatzung den Feuerkampf im Puma mitzuerleben.

„Es ist für meine Aufgabe als Wehrbeauftragte sehr wichtig, die Ausbildung am Panzer unmittelbar zu erleben. Ich bin allen sehr dankbar, die sich für eine gute Ausbildung engagieren“, so Högl unmittelbar nach dem Schießen und der Fahrt auf den Gefechtsfahrzeugen.

Ganz im Sinne des Erlebens nutzt Spannuth eine halbstündige Fahrt mit einem Spähwagen Fennek in die Panzertruppenschule für ein Gespräch unter vier Augen. Kernbotschaft von Spannuth war: „Nur, wenn wir voll ausgestattet sind, haben wir die Möglichkeit, unser hochmodernes Gerät voll zu nutzen. Jeder Panzer, jeder Schützenpanzer, der uns in der Ausbildung fehlt, verringert die Ausbildungsmöglichkeiten und damit die Einsatz- und Überlebensfähigkeit unserer Besatzungen.“

Bei einem Besuch der Wehrbeauftragten fehlt ein Programmpunkt niemals – das persönliche Gespräch mit den Soldaten und Soldatinnen und den zivilen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Högl will wissen, was die Menschen in den Kasernen bewegt.

In Gesprächsrunden nutzten Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie Vertreter und Vertreterinnen des Stammpersonals die Gelegenheit, der „Anwältin der Soldaten“ ihre Erfahrungen mitzuteilen. Dabei spielen Dienstgrad und -stellung keine Rolle. An das Hilfsorgan des Parlaments kann sich jeder Angehörige der Bundeswehr wenden.

Aktuellen Zustand der Kasernenanlagen gezeigt

Auch die Infrastruktur gilt als ein Barometer für den Zustand der Streitkräfte. Bei einer Ortsbegehung informiert sich die Wehrbeauftragte über Unterkünfte, Sportanlagen und Ausbildungsstätten in der Panzertruppenschule. „Mir ist es wichtig, der Wehrbeauftragten den aktuellen Zustand der Kasernenanlagen zu zeigen, wie wir aktuell die vorhandene Infrastruktur bestmöglich nutzen und wie wir für die Zukunft planen“, so der Beauftragte für die Infrastruktur in der Panzertruppenschule, Oberstleutnant Sven Knoop.

Eine der größten Herausforderungen dabei sei die sehr lange Dauer für die Umsetzung von Bauprojekten. Bei dem Thema Unterkünfte gab es bereits Veränderungen. So können demnächst die ersten vier Unterkunftsgebäude bezogen werden. Die Bundeswehr möchte mit modernen und ansprechenden Unterkünften mehr Berufs- und Dienstzufriedenheit erzeugen.

Nach einem informativen Tag zieht die Wehrbeauftragte Bilanz: „Hier aus Munster nehme ich viele wichtige Eindrücke mit in den parlamentarischen Raum nach Berlin. Hier sind sehr viele Frauen und Männer, die sehr engagiert und sehr professionell ihren Auftrag erfüllen. Ausbildung ist eines der wichtigsten Themen, die wir in der Bundeswehr haben, um den Auftrag zu erfüllen. Das Ministerium und der Bundestag sind in der Pflicht, den Soldaten und Soldatinnen die Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Auch in Munster mangelt es in Bereichen des Materials, der Infrastruktur und des qualifizierten Personals. In diesen Bereichen sehe ich Handlungsbedarf, und diesen Auftrag nehme ich als Wehrbeauftragte mit nach Berlin“.