Kommentar: Weiterer massiver Einschnitt

Von Andres Wulfes

Im Heidekreis-Klinikum kehrt keine Ruhe ein, stattdessen reißt der Ärger nicht ab: Nun ist die Diabetologie an der Reihe. Der „Vater der Soltauer Diabetologie“, Dr. Ralf Klask, geht – und das offenbar mit Zorn. Betroffen ist erneut eine gut funktionierende Abteilung, ein sogenannter Leuchtturm und eine Zukunftsabteilung, auch überregional wichtig für das Image des Hauses. Nicht umsonst hat die Diabetologie unter Leitung Klasks alle wichtigen Zertifikate erhalten, die nun gefährdet sind. Für die Klinik ist das Ende der Kooperation ein massiver Einschnitt. Denn es ist mehr als eine Personalie, bedeutet zumindest vorerst das Ende der Verbindung zwischen stationär und ambulant.

Egal, woran der Streit konkret gelegen hat – deutlich wird: Letztlich ohne Not wurde Porzellan zerschlagen und ein Fachmann verprellt. Leidtragender: die wirtschaftliche Entwicklung des Klinikums und das Ansehen. Denn selbst wenn schnell neue Fachleute einsteigen, der Imageschaden ist da. Wieder einmal. Der neue Geschäftsführer wird so vor allem die Aufgabe haben, das Heidekreis-Klinikum nicht nur wirtschaftlich auf Kurs zu bringen, sondern vor allem Image und Atmosphäre zu verbessern. Die bisherigen Wasserstandsmeldungen der Politik und der alten Geschäftsführung nach dem Motto: Die Klinik ist auf einem guten Weg und braucht keine finanzielle Unterstützung – die dann aber schon nach wenigen Wochen wieder kassiert wurden, waren da wenig hilfreich.

Andres Wulfes