Bürgermeister Grube tritt nicht erneut zur Wahl an

Bürgermeister Ulf-Marcus Grube informiert Anfang Februar in der Munsteraner Stadtbücherei über die Arbeit des Parlaments und der Verwaltung. Foto: akü

Bürgermeister Ulf-Marcus Grube zieht einen Schlussstrich: In einem Brief an die Bevölkerung hat er am Montag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der Kommunalwahl im September bekanntgegeben. Er kündigt an, seine laufende Amtszeit wie gewohnt bis zum 31. Oktober 2026 zu Ende zu führen und danach sämtliche Ämter niederzulegen. Trotz einer „erfolgreichen fachlichen Arbeit“ sieht er sich mit einer destruktiven Stimmung und Kritik konfrontiert, die der Kommune schade. Mit seinem Verzicht möchte er den Weg für einen Neuanfang ebnen.

Mit Ulf-Marcus Grubes Amtsantritt verband die CDU Munster 2021 große Erwartungen. Nach Unzufriedenheit mit der damaligen Bürgermeisterin Christina Fleckenstein (SPD) wirbt sie mit Grube als Mann des Wandels – als Manager, Netzwerker, offener Dialogpartner. In der Stichwahl konnte er sich knapp durchsetzen und wurde im September 2021 ins Amt gewählt.

Die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister begann konstruktiv. Doch hinter den Kulissen mehrten sich ab Mitte 2022 kritische Stimmen, etwa an Grubes Kommunikationsweise und der Einbeziehung politischer Gremien. Formal läuft das Zusammenwirken, doch die innere Distanz zwischen CDU-Fraktion und Bürgermeister wächst. Im Herbst 2023 eskaliert die Lage: Die Führungsmannschaft der Ortsfeuerwehr Munster tritt vollständig zurück und kritisiert den Bürgermeister scharf für seinen Umgang mit Prüfverfahren, Spenden und möglichen Disziplinarmaßnahmen. Während Grube auf seine rechtlichen Pflichten verweist, werfen ihm Ehrenamtliche und Politik Vertrauensbruch vor. Der Konflikt wird öffentlich.

Im November 2023 folgte die Zäsur: CDU, SPD, Grüne und FDP/WGM beantragten ein Abwahlverfahren gegen Grube – wegen Vertrauensverlust und beschädigtem Verhältnis zum Ehrenamt. Grube wies die Vorwürfe zurück, fühlte sich missverstanden. Das Verfahren scheitert formal, führt aber zu einer inneren Zerreißprobe der CDU.

Anfang 2024 zerbrach die CDU-Fraktion – sieben Mitglieder verließen sie und gründen die Munster-Union. Offiziell ging es um strukturelle Fragen. Die politische Zusammenarbeit in Munster blieb stark belastet. Nach dem gescheiterten Abwahlverfahren flammten Konflikte weiter auf. Innerhalb der CDU distanzierten sich Fraktion und Stadtverband von Grube. Im Herbst signalisierte der Bürgermeister, eventuell erneut kandidieren zu wollen. Doch im Januar gab die CDU bekannt, die allgemeine Vertreterin Grubes, Anna Adamczak, bei ihrer Kandidatur zu unterstützen. Die unabhängige Verwaltungschefin hat bereits die MU, die Grünen und die Gruppe FDP/WGM hinter sich. Die SPD hat mit Marco Tews einen eigenen Kandidaten aufgestellt. In einer Stellungnahme erklärt Grube: „Ich verzichte auf eine weitere Kandidatur zum Bürgermeister von Munster und trage damit meinen Teil zu einer friedvollen ‚Stunde Null‘ bei.“ Die Entscheidung sei über Monate abgewogen worden. Er ruft dazu auf, künftig verstärkt für Demokratie und Zusammenhalt einzustehen.