Soltau-Süd: Inklusives neues Stadtquartier mit Famila
Am südöstlichen Ortseingang soll das neue Wohnquartier Soltau-Süd mit einem Famila-Supermarkt entstehen. Foto: at
Soltau plant gemeinsam mit der Kieler Unternehmensgruppe Bartels-Langness, zu der das SB-Warenhausunternehmen Famila gehört, sowie der Lebenshilfe ein neues Stadtquartier. In Soltau-Süd sollen künftig rund 500 Menschen leben – teilweise inklusiv. Vorgesehen sind außerdem Kleinstgewerbe, Freizeit- und Sportanlagen, ein Café, viel Grün, Radwege und ein Nahversorger.
Mit dem Konzept verabschiedet sich die Stadt von früheren Planungen für den südöstlichen Ortseingang an der Celler Straße. Die neuen Ideen, gebündelt unter dem Famila-Dach, setzen auf ein breiter angelegtes Wohnquartier.
Erstmals waren im Juli 2021 Ansiedlungspläne für das bislang landwirtschaftlich genutzte Grundstück öffentlich geworden. Damals stellte das Unternehmen der Politik ein klassisches Einzelhandelsprojekt vor: eine Einkaufsstätte aus Glas, Aluminium, Klinker und mit viel Parkfläche. Die Pläne stießen jedoch auf Kritik. Befürchtet wurde starke Konkurrenz für die Innenstadt durch einen Famila-Supermarkt mit umfassendem Warenangebot sowie für das sich wieder entwickelnde Fachmarktzentrum Almhöhe, heute Vega.
Jetzt, drei Bürgermeister später, präsentiert Soltaus Rathauschef Karsten Brockmann ein grundlegend überarbeitetes Konzept. Es sei „ein sehr schlüssiger Ansatz“ und „alles andere als ein Nahversorger auf der grünen Wiese“. Es handele sich um ein Leuchtturmprojekt, das den Charakter Tetendorfs berücksichtige. „Es ist völlig anders als ursprünglich geplant, es ist zukunftsorientiert und zukunftsweisend.“
Die rund 85.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Celler Straße und der Ortschaft bietet aus Sicht der Beteiligten erhebliches Potenzial. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Kontakt zu Lebenshilfe-Geschäftsführer Gerhard Suder. Unter dem Motto „Eine Gesellschaft für alle“ sieht er einen Wandel in der Betreuung und im Wohnen von Menschen mit Behinderung.
Statt abgegrenzter Wohnheime rücke die Integration stärker in den Fokus. Suder hatte zunächs ein kleineres Projekt – etwa mit einem Kiosk als Treffpunkt – im Blick. Gemeinsam mit Brockmann entwickelte sich daraus jedoch eine deutlich größere Vision.
Geplant ist nun ein Quartier für rund 500 Menschen, davon 10 bis 15 Prozent mit Behinderung. Jetzt könnte es schnell gehen: Bereits in zwei Jahren peilt der Verantwortliche von Bartels-Langness, Boris Göttsche, den ersten Spatenstich an. Trotz des ambitionierten Zeitplans zeigt sich das Unternehmen entschlossen. Famila-Geschäftsführer Christian Lahrtz macht deutlich: „Fünf Jahre warten wir nicht wieder.“