Heidekreis-Klinikum: Angst vor einer Privatisierung

wu Soltau. Neues Jahr, neuer Geschäftsführer – und große Verunsicherung unter den Mitarbeitern des Heidekreis-Klinikums. Die Angst vor einer Privatisierung ist groß unter den gut 1100 Beschäftigten des kreiseigenen Unternehmens. „Schon machen bei uns Gerüchte die Runde von weiterem Stellenabbau oder ,fit machen für einen Verkauf‘. Welches Ziel hat der Wechsel in der Geschäftsführung?“, schildert Betriebsratsvorsitzender Rainer Oberüber die Stimmung an den beiden Krankenhäusern Soltau und Walsrode. Denn vom Aufsichtsrat gebe es keine Informationen. Zum 1. Januar hat Dr. Christof Kugler die bisherigen Geschäftsführer Peter Lehmann und Norbert Jurczyk abgelöst.

Mit der wirtschaftlich schwierigen Lage sei das Klinikum nicht allein, so Oberüber. Annähernd zwei Drittel der niedersächsischen Krankenhäuser schreiben rote Zahlen. Das habe weniger mit der bisherigen Geschäftsführung zu tun als mit der Gesundheitspolitik. Oberüber appelliert an die Heidjer, sich für die Krankenhäuser einzusetzen und sie auch zu nutzen: „In anderen Landkreisen geht die Bevölkerung für den Erhalt ihrer Krankenhäuser auf die Straße. Leider herrscht aber im Heidekreis nach wie vor ein tiefer Graben zwischen Nord- und Südkreis.“ Eine Folge: Patienten aus dem Nordkreis gehen nicht oder werden von ihren Hausärzten nicht nach Walsrode geschickt und umgekehrt.

Eine Privatisierung sei keine Lösung, wendet sich der Betriebsrat klar gegen einen Verkauf. „Sollte das Schreckgespenst des ,fit machen für eine Privatisierung‘ Grund für den Wechsel der Geschäftsführung sein, dann wird die Versorgung danach nicht besser“, befürchtet er. „Dann geht aus reiner Profitmaximierung die Zuwendung, die wir den Patienten zukommen lassen können, weiter zurück.“ Und die Politik würde sich aus der Verantwortung ziehen.

Der Betriebsrat wendet sich gegen einen Verkauf der Krankenhäuser Soltau und Walsrode. Foto: wu

Der Betriebsrat wendet sich gegen einen Verkauf der Krankenhäuser Soltau und Walsrode. Foto: wu

Andres Wulfes