Kitaplätze: Vergabe soll in Wietzendorf transparenter werden

Spielmäuse Wietzendorf – Die Krippen und und Kindergärten in Wietzendorf sind gut ausgelastet, auch die Nachfrage nach Tagesmüttern ist höher als das Platzangebot. Foto: bk

Spielmäuse Wietzendorf – Die Krippen und und Kindergärten in Wietzendorf sind gut ausgelastet, auch die Nachfrage nach Tagesmüttern ist höher als das Platzangebot. Foto: bk

Wietzendorf. Am vergangenen Donnerstagabend war der Sitzungssaal des Wietzendorfer Rathauses ungewohnt voll. Vertreter der Kindertagesstätten, Erzieher und Tagesmütter hatten sich in größerer Zahl eingefunden. Der Gemeinderatsausschuss für Soziales, Jugend und Sport stand an. Einziges Thema: die Kinderbetreuung in Wietzendorf. Die CDU hatte mit Blick auch eine verstärkte Nachfrage nach Krippen- und Kindergartenplätzen im Dezember einen entsprechenden Antrag eingereicht. diesem wollte die Union zum einen einheitliche Vergaberichtlinien für die Kitaplätze entwickelt sehen. Zum anderen strebt die Union eine stärkere Unterstützung und Förderung der Tagesmütter etwa durch eine Poolbildung und der Bereitstellung von Räumen an. Als dritten Punkt sieht die CDU Bedarf für den Ausbau der verhandenen Kitaplätze etwa durch die Einrichtung einer zusätzlichen Kinderbetreungseinrichtung. 

Der Heidekreis hatte die Betreuungssituation in den Gemeinden abgefragt und ausgewertet, dass zum Jahresende 2018 in Wietzendorf insgesamt 27 Kindern nicht der gewünschte Platz zur Verfügung gestellt werden konnte, darunter alleine 18 Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren.

Fertiges Konzept nach Vorbild der Stadt Münster

Bürgermeister Uwe Wrieden zeigte sich zur Sitzung gut vorbereitet. Seine Verwaltung hatte im Nachgang zu einer Expertenrunde nach Vorbild der westfälischen Stadt Münster im Ausschuss ein fertiges Konzept zu einheitlichen Vergabekriterien für alle gemeindlich geförderten Kinderbetreuungsangebote vorlegen können. Eine Vorleistung der Gemeindeverwaltung, die Christoph Euhus für die Union zu würdigen wusste.

Nach den vorgelegten Kriterien erhalten vorrangig Kinder mit besonderen psychosozialen Bedürfnissen oder zur Förderung des Kindeswohls im Wege der Erziehungshilfe Plätze. Auf alle weiteren Kinder soll ein Punktesystem angewandt werden, das die Berufstätigkeit der Eltern, weitere Geschwisterkinder und das Alter der Kinder berücksichtigt. Kinder von alleinerziehenden Beschäftigte etwa erhalten 7 Punkte, sind beide Elternteile beschäftigt, gibt es vier Punkte, zwei Punkte, wenn nur ein Elternteil beschäftigt ist. Im Rahmen der Debatte wurden die Kriterien um den Wohnortvorrang zugunsten Wietzendorfer Kinder erweitert und beschlossen. Die Platzvergabekriterien sind auf der Website der Gemeinde bereits einsehbar (www.wietzendorf.de).

Zu der besonderen Situation der Tagesmütter berichtete im Ausschuss Chantal Hannemann vom Familien- und Kinderservice (FuKS). Zurzeit seien sieben Tagesmütter in Wietzendorf gelistet, aber nur zwei davon nähmen neue Kinder auf. „Der Bedarf ist deutlich höher als das Angebot“, so Hannemann. Die Einrichtung einer Großtagespflegestelle könne hier helfen, insbesondere mit Blick auf die Vetretung im Krankheitsfall. Ebenso ein Zuschuss zur Vergütung. Wrieden stellte abschließend fest, dass das von der CDU geforderte Pooling der Tagesmütter in Wietzendorf bereits gängig sei, nur eben die Tagesmütter fehlten. 

Um das Betreuungsangebot auszuweiten, hat der Ausschuss die Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens zur Schaffung einer neuen Einrichtung beschlossen. Die Lebenshilfe Soltau und auch das Stephansstift hatten bereits positive Signale gesendet, sich an einer neuen Einrichtung interessiert gezeigt. bk