Heidekönigin Johanna: Ein Jahr zwischen Heide und Großstadt

Egal bei welchem Termin Heidekönigin Johanna mit ihren Ehrendamen und Patinnen in und außerhalb von Schneverdingen auftaucht, sie wird zum Magneten für Besucherinnen und Besucher, so wie beim Frühschoppen des Heimatbundes auf dem Theeshof. Fotos: sus/pam (2)

Im Anschluss an ihre Weltreise vertrat Johanna Fach als 78. Schneverdinger Heidekönigin ein Jahr lang ihre Heimatstadt und die Lüneburger Heide. Nun neigt sich die Zeit dem Ende. Am Wochenende wird sie den Umzug und die Krönung aus der anderen Perspektive erleben: die Fahrt zum Höpen, das Theaterstück von der Ehrentribüne aus und wie im vergangenen Jahr ihre Vorgängerin wird sie die Blütenkrone an ihre Nachfolgerin weitergeben.

Wie fühlen Sie sich kurz vor der Krönung Ihrer Nachfolgerin am Sonntag?

Ein ganzes Jahr lang freuen wir uns auf das nächste Heideblütenfest, sodass ich mich auch in diesem Jahr sehr auf das Fest freue, auch oder gerade weil es das zweite und letzte in dieser besonderen Rolle sein wird.

Wie geht es für Sie weiter?

Von der Pagin zur Heidekönigin habe ich jetzt alle Schritte durchlaufen und blicke auf viele tolle Erfahrungen und Momente zurück. Jetzt freue ich mich auf freie Wochenenden mit Freunden und Familie, ein bisschen mehr Flexibilität und Spontanität im Alltag. Wer weiß, vielleicht wartet schon der nächste Uni-Abschluss oder die nächste große Reise auf mich.

Ich fühle mich nach diesem Jahr noch verbundener mit unserer Heimat und Schneverdingen.

Beruflich waren Sie zur Kinderratssitzung entschuldigt. Die Bürgermeisterin berichtete, dass Sie in Nordrhein-Westfalen waren?

Das stimmt, die Agentur, für die ich tätig bin, hat einen Standort in Düsseldorf, zu dem ich kurzfristig für einen Termin reisen musste. Ich wäre gerne bei der Kinderratssitzung dabei gewesen, bei der ich seit meiner eigenen Ferienpass-Aktion in der Grundschulzeit nicht mehr war. Schade, dass die Arbeit da vorgehen musste.

Wie schauen Sie auf das vergangene Jahr zurück?

Es war nicht immer stressfrei, aber es hat immer Spaß gemacht. Als ich das Ehrenamt zugesagt habe, wusste ich noch nicht, wo ich im Anschluss an meine Weltreise im ersten Halbjahr 2024 wohnen und arbeiten würde. Es wurde Hamburg und ich bin sehr dankbar für diese zwei so unterschiedlichen Welten, in denen ich im vergangenen Jahr unterwegs sein durfte. Ich kann sagen, dass ich mich nach diesem Jahr noch verbundener mit unserer Heimat und Schneverdingen fühle und immer dankbar sein werde, ein Zuhause inmitten der Lüneburger Heide zu haben.

Besonders werde ich die Zeit mit meinen Mädels und die vielen Begegnungen vermissen.

Welche Momente werden Sie so schnell nicht vergessen?

Oh, da gibt es einige. Meist waren es die kleinen, ungeplanten Momente auf der Tanzfläche vom Königsball in Wesel, auf dem Roller auf der neuen Mehrgenerationen-Rollsportanlage, in der Fotobox auf dem Kinderfest oder auf der Hüpfburg bei Musik am Mittwoch. Vom Segelflug über Gespräche mit Touristinnen und Touristen bis hin zu den leuchtenden Augen von Kindern oder älteren Menschen. Besonders werde ich die Zeit mit meinen Mädels und die vielen Begegnungen vermissen.

Wie haben Sie das Miteinander der verschiedenen „Königshäuser“ erlebt?

In den zwölf Monaten haben wir viele verschiedene Königshäuser kennengelernt, einige von ihnen wirklich regelmäßig auf den verschiedenen Veranstaltungen getroffen und immer eine tolle gemeinsame Zeit gehabt. Egal, wie unterschiedlich man ist, verbindet das Ehrenamt und die Verbundenheit zu der eigenen Heimat, das war schön zu erfahren.

Mir gibt es viel Hoffnung, so viel Herzblut und Menschlichkeit begegnet zu sein, davon brauchen wir mehr.

Was nehmen Sie aus der Zeit mit in Ihren nächsten Lebensabschnitt?

Ganz viel Respekt für all das ehrenamtliche Engagement, ohne welches die allermeisten besuchten Veranstaltungen nicht auf die Beine zu stellen wäre. Mir gibt es viel Hoffnung, so viel Herzblut und Menschlichkeit begegnet zu sein, davon brauchen wir mehr.

Inwieweit war es Ihnen möglich, in dem Ehrenamt eigene Akzente zu setzen?

Gemeinsam mit meinen Mädels haben wir stets versucht, trotz des Trubels ganz bodenständig zu bleiben und unsere „royalen Pflichten“ mit Spaß und einer gewissen Leichtigkeit zu nehmen. Die traditionelle und kulturschaffende Rolle ist, so wie ich es wahrgenommen habe, jedoch nur eingeschränkt dafür gemacht, beispielsweise eine politische Haltung zu vertreten. Darüber hinaus ist es natürlich möglich, neben den organisierten Veranstaltungen und Terminen eigene Schwerpunkte zu setzen, so war ich zu Beginn des Jahres bei den Waldtagen der Grundschule in Hansahlen oder zu Weihnachten in verschiedenen Senioreneinrichtungen zu Besuch.

Was hat es für Sie bedeutet, Heidekönigin zu sein?

Ich habe es bereits in meiner Antrittsrede im letzten Jahr erwähnt: Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, meine Heimat in diesem Ehrenamt zu vertreten und damit einen großen, wenn auch manchmal lustig gemeinten Traum meines Papas erfüllt zu haben. Oft habe ich Menschen gewunken und dabei gelächelt, wie man es nun mal so macht. Noch öfter habe ich dabei an ihn gedacht, der das alles nur von oben begleiten und sehen kann, und dann noch breiter gelächelt.