Umfrage zum Radverkehr gestartet

Radfahren in Schneverdingen auf dem Prüfstand: Bürgerinnen und Bürger können ihre Erfahrungen und Wünsche in die Erstellung des neuen Radverkehrskonzepts einbringen. Foto: Adobe Stock

Welche Wünsche haben Schneverdinger an den Radverkehr für das Jahr 2030? Wie schätzen sie die aktuelle Situation ein? Diese und weitere Fragen stellen die Stadt und das Büro für Stadt‑ und Regionalentwicklung (Böregio) seit dieser Woche an Einwohner, Pendler und Touristen und bringen mit der Bürgerbefragung als zentralen Bestandteil nun Bewegung in das Radverkehrskonzept. Ihre Erfahrungen, Wünsche und Anregungen sollen direkt dort einfließen.

Böregio hat bereits für Bad Fallingbostel und Walsrode Radverkehrskonzepte entwickelt und erhielt 2025 den Auftrag von Schneverdingen. Das Konzept soll die veränderte Nutzung des Fahrrads berücksichtigen, sowohl im Alltag als auch im Freizeit‑ und Tourismusverkehr. Dazu gehört die Entwicklung eines durchgängigen Radverkehrsnetzes, das nicht nur Verbindungen innerhalb der Kernstadt, sondern auch zwischen den Ortsteilen sowie zu Nachbargemeinden abbildet. Auf dieser Basis werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, etwa zur Verbesserung der Infrastruktur, ergänzt um Kostenschätzungen. Geplant sind unter anderem Zählungen des Radverkehrs, eine Überprüfung bestehender Abstellanlagen sowie ein Umsetzungskonzept, das am Ende in einem Abschlussbericht zusammengeführt wird.

Die Idee geht auf einen Antrag der Gruppe SWG/FDP im Herbst 2021 zurück. Anlass war unter anderem der nicht realisierte Radweg an der Stockholmer Straße am Ende der vorherigen Ratsperiode. Ein Konzept sei notwendig, um Fördermittel für Radwege, Fahrradstraßen und Abstellanlagen beantragen zu können, begründete die Gruppe. Niedersachsen unterstützt den Ausbau der Radinfrastruktur über Programme wie „Stadt und Land“ oder das NGVFG. Verwaltung und Politik einigten sich damals darauf, zunächst 50.000 Euro für die Erstellung in die mittelfristige Finanzplanung 2023 einzustellen, noch ohne feste Zusage einer Umsetzung im gleichen Jahr. Nun wird es konkret – und bis zum Herbst soll das Konzept vorliegen.

Beim Fahrradklimatest des ADFC 2024 und 2022 lag Schneverdingen im kommunalen Vergleich vorne, verbesserte sich zuletzt von der Note 3,8 auf 3,5. Das zeigt eine gute Ausgangsbasis, aber auch Raum zur Verbesserung. Seit 2022 veranstaltet zudem die Schneverdinger SPD regelmäßig Radfahr‑Kongresse, 2025 einen Radfahr‑Tag. Dabei standen oft das Sicherheitsgefühl und das Miteinander im Straßenverkehr im Mittelpunkt. SPD und Grüne betonen, dass ein gemeinschaftlicher Ansatz beim Radverkehrskonzept wichtig sei, um Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen sowie deren Ideen und Vorschläge einzubeziehen.

Online, per Mail oder Post teilnehmen

Mitmachen ist auf mehreren Wegen möglich: Der Fragebogen steht online zur Verfügung und kann über den nebenstehenden QR-Code vollständig digital ausgefüllt werden. Alternativ kann der Fragebogen als PDF genutzt und ausgefüllt per E-Mail an befragung@boeregio.de, per Post an das Planungsbüro Böregio (Altstadtmarkt 12, Braunschweig) oder persönlich im Rathaus der Stadt Schneverdingen abgegeben werden. Die Teilnahme ist anonym. Alle Angaben werden ausschließlich für die Erarbeitung des Radverkehrskonzepts verwendet. Einsendeschluss ist der 8. März.

Susanne SchmidtKommentieren