Dreikampf ums Rathaus: Auch Dirk Sobczak kandidiert
Integrativer Faktor: Der parteilose Bürgermeister-Kandidat Dirk Sobczak (vorn) präsentiert sich auf dem Foto, das er anlässlich seiner erneuten Kandidatur veröffentlicht, als in Munster gut vernetzt.
Das Rennen um das Bürgermeisteramt in Munster ist um eine Bewerbung reicher – und damit offener denn je. Dirk Sobczak hat am gestrigen Mittwoch seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben. Die für eine parteilose Kandidatur notwendigen Unterstützungsunterschriften habe er „weit übertroffen“. Sobczak spricht von breiter Unterstützung aus Bürgerschaft, Vereinen und Wirtschaft. „Meine Motivation ist klar, ich möchte zusammen mit verschiedensten Institutionen unsere Stadt wieder nach vorne bringen und sie attraktiv sowie zukunftsfähig gestalten.“
Mit Sobczaks Einstieg spitzt sich die Ausgangslage vor der Kommunalwahl am 13. September zu. Amtsinhaber Ulf-Marcus Grube hatte Anfang März erklärt, nicht erneut kandidieren zu wollen, mit der parteilosen Verwaltungschefin Anna Adamczak und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Marco Tews bewerben sich bereits zwei Kandidaten um seine Nachfolge. Nun kommt mit Sobczak ein weiterer hinzu. Anders als seine Mitbewerber war Sobczak bereits zur Wahl 2021 angetreten.
In seiner Mitteilung betont Sobczak seine langjährige Verwurzelung in der Stadt. Seit mehr als 40 Jahren kenne er Munster – als Bürger, durch seine Tätigkeit in verschiedenen Bereichen der Verwaltung und aus ehrenamtlichen Funktionen in Vereinen. Daraus leite er den Anspruch ab, zu wissen, „wo es gut läuft, wo es hakt und vor allem, was verbessert und dringend angegangen werden muss“.
Während Adamczak vor allem mit Verwaltungserfahrung und dem Versprechen auf überparteiliche Zusammenarbeit antritt und Tews auf seine Vernetzung in der Stadt sowie politischen Neustart setzt, betont Sobczak seinen integrativen Faktor als parteiloser Bewerber. Sein Signal: Munster brauche keinen Lagerkampf, sondern einen Bürgermeister, der unterschiedliche Interessen zusammenführt. „Ich trete bewusst parteilos an, da sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren zwischen den Parteien zunehmend Konkurrenzdenken entwickelt hat.“ Munster brauche stattdessen Kooperation. „Als neutraler Bürgermeister möchte ich vermitteln, Brücken bauen und gemeinsam mit allen Fraktionen Lösungen für unsere Stadt erarbeiten.“
Als wichtigste Themen, die er im Falle eines Wahlsiegs ganz hoch priorisieren würde, nennt Sobczak gegenüber der Böhme-Zeitung Bildung und Ausbildung, Wohnungsbau, den Standortfaktor Bundeswehr, die Wirtschaftsförderung sowie den Komplex Ehrenamt und Vereine.
Vier Prozentpunkte hinter Grube
Bereits bei der Bürgermeisterwahl 2021 hatte Dirk Sobczak als parteiloser Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Damals verpasste er mit 29,4 Prozent der Stimmen den Einzug in die Stichwahl knapp und belegte hinter Amtsinhaberin Christina Fleckenstein (37,1 Prozent) und Herausforderer Ulf-Marcus Grube (33,4 Prozent) den dritten Platz. Sobczak sprach nach dem ersten Wahlgang von einem „enttäuschenden“ Ergebnis und zeigte sich überrascht über den Ausgang. In der anschließenden Stichwahl setzte sich Grube mit hauchdünnem Vorsprung von 99 Stimmen vor Fleckenstein durch.