Eigene Briefmarke zum Stadtjubiläum

50 Jahre Stadtrechte: die Briefmarke würdigt ein halbes Jahrhundert Schneverdinger Stadtgeschichte. Das Rathaus steht im Zentrum des Stadtfestes. Foto: Stadt Schneverdingen/sus

Am 30. Oktober vor 50 Jahren erhielt Schneverdingen offiziell die Stadtrechte und besiegelte die Entwicklung vom Heidedorf zur Stadt. Zum Jubiläum hat die Stadt nun eine eigene Briefmarke entworfen. Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens stellte das Projekt im Wirtschaftsausschuss vor: „Wir waren kreativ und haben für die Stadt Schneverdingen eine Briefmarke entwickelt. Sie zeigt die Silhouette der Stadt.“

Die Idee orientiert sich an der früheren Sonderbriefmarke, die anlässlich der Einweihung des Gedenkmals am Bahnhof erschien. Für die aktuelle Ausgabe wurde ein moderner Ansatz gewählt: Statt klassischer Motive wie Stadtbrunnen oder Rathaus zeigt die Briefmarke die bekannte Stadt-Silhouette, die für das Logo der Stadt GmbH entwickelt und bereits langjährig verdienten Ratsmitgliedern als Präsent überreicht wurde.

Die Briefmarke wird allerdings nicht über die Post zu erwerben sein, sondern die Stadt nutzt sie bei Einladungen und anderen besonderen Briefen. Ob und in welcher Form die Marke ähnlich wie bei Sonderausgaben bei Briefmarkenausstellungen für Bürgerinnen und Bürger verfügbar sein wird, wurde zuletzt noch geprüft. Auch aus dem Handels- und Gewerbeverein Schneverdingen wurde im Ausschuss bereits Interesse bekundet. Nun gibt die Stadt bekannt: Zu gegebener Zeit können sie käuflich erworben werden. Eine Bestellung ist schon jetzt über Ines Leschke unter (05193) 93 100 oder E-Mail an ines.leschke@schneverdingen.de möglich.

Den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet das um ein Jahr verschobene Stadtfest mit einer Sommerparty von 15 bis 2 Uhr am 27. Juni und einem Familienprogramm von 10 bis 18 Uhr am 28. Juni. Es erstreckt sich rund um das Rathaus, das als Dach der Stadtrechte im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht, berichtet Christine Behrenberg vom Stadtmarketing. Um genügend Raum für Buden, Aktionen und Besucher zu schaffen, werden die Poller entfernt und die Schulstraße für den Verkehr gesperrt. Das bewährte Mehrwegbechersystem ergänzen Becher mit einem neuen Design, das sich in seiner Farbwahl von dem bisherigen abheben wird.

Auf zwei Bühnen auf dem Rathausparkplatz und der Rathauspassage gibt es Live-Musik, unter anderem von der NDR 1 Disco. Bei der Musikauswahl hat sich die Stadt vom Stadtjugendring und dem Kulturverein beraten lassen. Außerdem ergänzen Riesenrad, Kinderkarussell und zahlreiche Aktionen von Vereinen und Gastronomen das Fest. „Wir wollen ein Fest von Ehrenamtlichen für Familien anbieten“, sagt Behrenberg. „Es soll auch keine Kirmes sein, sondern eher eine große Musik am Mittwoch.“ Noch bis zum 31. März sind Anmeldungen möglich, Standgebühren werden nicht erhoben. Am Sonntag sind ein Open-Air-Gottesdienst und ein Flohmarkt für private Aussteller geplant.

Vom Heidedorf zur Stadt

10.000. Einwohner im Juli 1971 geboren

Schneverdingen hat sich schrittweise vom Heidedorf zur Stadt entwickelt. 1939 lebten hier rund 3.000 Menschen, bis etwa 1960 hatte sich die Einwohnerzahl bereits verdoppelt. In den folgenden Jahren setzte sich das Wachstum fort. Mit der Geburt des 10.000. Einwohners war im Juli 1971 die entscheidende Voraussetzung für die Beantragung der Stadtrechte erfüllt. Der Antrag wurde kurz darauf beim Land Niedersachsen gestellt. Die offizielle Verleihung der Stadtrechte erfolgte fünf Jahre später, am 30. Oktober 1976, durch den damaligen Innenminister Gustav Bosselmann. Vorausgegangen war unter anderem die Gebietsreform von 1974, durch die mehrere umliegende Ortschaften eingemeindet wurden. Heute zählt die Stadt 19.382 Einwohner, davon leben 13.784 im Kernort. bz