Ein Gigant aus Holz wird 25 Jahre alt
Vor einem Vierteljahrhundert wird im Heide Park die Holzachterbahn „Colossos“ eröffnet. Einer der ersten, der damals einstieg, war der damals 13-jährige Soltauer Dennis Vedder (Zweiter von links). Gestern wagte auch Sänger Sasha (Dritter von links) die Fahrt – unter den wachsamen Blicken von (von links) Zimmerer Carsten Hennig, Marketingdirektor George Hope, Geschäftsführer Peter Dunn und Fotograf Phil Porter. Foto: at
Ein Gigant aus Holz feiert Geburtstag: Vor 25 Jahren, am Freitag, den 13. April 2001, wurde mit Colossos im Heide-Park die damals höchste, steilste und schnellste Holzachterbahn Europas eröffnet. Pünktlich zum Jubiläum drehte auch Sänger Sasha eine Runde, und stellte kurz und klar fest: „Geiler Ride. Nochmal.“
Im Jahr 2000 hatten die Arbeiten an der innovativen Achterbahn begonnen, die Heide-Park-Zimmermann Carsten Hennig noch heute als „Statement aus Holz, Mut, Präzision und Leidenschaft“ bezeichnet. Mit dem gigantischen Holzbauwerk war auch ein strategisches Ziel des Freizeitparks verbunden: die Positionierung im europäischen Wettbewerb durch eine technisch wie visuell herausragende Großattraktion. „Es wurde eine Weltneuheit, die Rekorde brechen würde“, sagte auch Heide-Park-Geschäftsführer Peter Dunn.
Holzachterbahnen hatten zu dieser Zeit eine lange Tradition, sie galten vielerorts aber als weniger innovativ als moderne Stahlkonstruktionen. Mit Colossos wollte der Park das Bild korrigieren. Die Errichtung der Anlage stellte hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung. Zum Einsatz kamen mehrere tausend Kubikmeter Holz, die in Handarbeit verarbeitet und zu einer tragenden Struktur gefügt wurden. „Wie ein großes Lego-System wurden die Bauteile zusammengesetzt“, lobte Hennig. Die Konstruktion basiert auf einem Zusammenspiel aus Holztragwerk und Schienentechnik.
Der Handwerker kümmert sich seit Beginn mit der Handwerker-Crew des Parks um Colossos. Mit Hammer, Leiter und Bohlen sei das Projekt gestartet – mittlerweile machen Drohnen, Tablets, Akkuschrauber, Hubsteiger und ein neues Schienensystem die Wartung einfacher.
Das Bauwerk veränderte nicht nur die Silhouette des Heide-Parks selbst, sondern wurde schnell zum Markenzeichen für die Stadt Soltau. An den Ortseingängen sind Mini-Holzachterbahnen als Werbung aufgestellt. Der Fotograf Phil Porter, der anlässlich des Jubiläums Achterbahn und Handwerker in Szene setzte, verglich Colossos gar mit dem Eiffelturm in Paris – nur dass es sich hier um ein ästhetisches Bauwerk aus Holz handelt.
Geschäftsführer Dunn erinnerte aber auch an das Jahr 2016, in dem der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt werden musste. Erst nach langer Bedenkzeit sanierte der Freizeitpark, der zur britischen Merlin Entertainments Group gehört, die Achterbahn. Damals erhielt Colossos auch eine Thematisierung mit Dschungelfeeling und einem monsterhaften, gewaltigen Stück Holz – ein Gigant mit rotglühenden Augen und gefährlichen Hörnern, durch den Sänger Sasha gestern gleich zweimal sauste.