Baustart für klimaneutrales Wohngebiet in Soltau

Soltau will weiter wachsen: Im Süden der Stadt sollen rund 500 neue Einwohner im geplanten Wohngebiet an der Tetendorfer Straße Platz finden. Mit dem ersten Spatenstich ist nun der Startschuss für die Entwicklung gefallen. Foto: at

Mit dem ersten Spatenstich ist der Startschuss für ein neues, grünes Wohngebiet im Süden Soltaus gefallen. Auf rund 9,3 Hektar an der Tetendorfer Straße entstehen 40 Baugrundstücke für Einzel- und Doppelhäuser, sieben für den Geschosswohnungsbau, zwei Flächen für Hausgruppen sowie zwölf Kleinstgrundstücke. Insgesamt sollen hier rund 250 Wohneinheiten entstehen. Ein zweiter Bauabschnitt in ähnlicher Größe ist bereits geplant.

Die Stadt setzt dabei auf Vielfalt: Neben klassischen Bauplätzen gibt es auch Grundstücke mit weniger als 400 Quadratmetern. „Wir bieten für jeden Bedarf etwas. Es ist nicht nur das typische Eigenheimgebiet“, sagt Bürgermeister Karsten Brockmann.

Auch bei der Wärmeversorgung geht Soltau neue Wege. „Es wird das erste klimaneutrale Wohngebiet dieser Größenordnung in Niedersachsen“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Daniel Töpfer. Alle Gebäude werden an ein sogenanntes kaltes Nahwärmenetz angeschlossen. Rund 100 Erdwärmesonden in etwa 150 Metern Tiefe liefern die Energie. Über ein Rohrsystem, in dem Sole zirkuliert, gelangt sie in die Häuser, wo Wärmepumpen das Temperaturniveau anheben und sie für Heizung und Warmwasser nutzbar machen.

Die Vermarktung der Baugrundstücke ist abgeschlossen. Die Nachfrage sei deutlich höher gewesen als das Angebot, so Olaf Hornbostel, Geschäftsführer der Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Soltau (AWS). Die Preise liegen zwischen 165 und 210 Euro pro Quadratmeter. Die Erschließung erfolgt in vier Bauabschnitten. Erste Grundstücke sollen im Herbst bebaubar sein, die letzten voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2027. Bauherren haben anschließend drei Jahre Zeit, ihre Häuser zu errichten.

Von einem komplexen Bauvorhaben von Stadt, AWS und Stadtwerken, spricht Töpfer. Nach Untersuchungen durch Kampfmittelräumdienst und Archäologen haben die Arbeiten begonnen. Derzeit werden Kanalisation und Regenrückhaltung gebaut. Es folgen Wärmesonden, Leitungsnetz sowie die Versorgung mit Strom, Wasser und Glasfaser. Ein Problem zeichnet sich bereits ab: Immer wieder wird Material von der Baustelle gestohlen. Das Gelände soll daher vollständig eingezäunt werden.

Rund zehn Millionen Euro investiert die AWS in die Erschließung. Noch gesucht wird ein Partner für den sozialen Wohnungsbau. Die Erschließungsplanung haben die Unternehmen H&P Ingenieure sowie Patsch Ingenieure zu verantworten, den Tiefbau übernimmt die Neuenkirchener Firma Torsten von Fintel. Die Versorgungsleitungen und die Kalte Nahwärme realisieren die Stadtwerke Soltau.