Wenn Anwohner zu häufig zu Ersthelfern werden
Zwölf Unfälle in drei Jahren zählt die Polizei an der Kreuzung von Rotenburger Straße und Gustav-Bosselmann-Ring in Zahrensen. Dieses Jahr wird die Kreuzung durch die Unfallkommission geprüft. Seit Jahren bemühen sich Anwohner und Stadt um präventive Maßnahmen, bislang ohne Erfolg. Foto: sus
Zahrensener Bürger fordern seit Jahren mehr Sicherheit an der L 170, Behörden sehen bislang jedoch keinen Handlungsbedarf
In der Nacht zum 25. März kam ein Transporter auf dem Gustav-Bosselmann-Ring in Richtung Rotenburger Straße von der Fahrbahn ab, kollidierte mit einem Baum und mehreren Verkehrszeichen. Verletzt wurde niemand, diesmal. Dieser Unfall ist nur das jüngste Beispiel für die seit Jahren vor allem für die Anwohnerinnen und Anwohner spürbare Verkehrssituation entlang der L170 in Zahrensen.
Für die Anlieger ist der Vorfall Teil eines seit Jahren anhaltenden Problems. „Wir sind bei fast jedem Unfall sofort betroffen oder als Ersthelfer vor Ort“, schildert ein Anwohner die Lage direkt an zwei Kreuzungen. Immer wieder kommt es im Bereich der Landesstraße zu kritischen Situationen. Besonders die Knotenpunkte Gustav-Bosselmann-Ring (K33), Rotenburger Straße (L170) und Am Ortfelde sowie Finteler Straße (K30) und Zahrenhusenstraße stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussion.
Die Stadt Schneverdingen hat über Jahre hinweg verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen und unterstützt, darunter Temporeduzierungen und eine Kreisellösung. Diese Initiativen stießen jedoch wiederholt auf Ablehnung oder wurden nicht weiterverfolgt. Die Vorschläge wurden geprüft, aber nicht umgesetzt.
Kreuzung L170 /Gustav-Bosselmann-Ring gilt als Unfallhäufungsstelle, weitere Schritte berät die Unfallkommission
Auch die Bewertung der Gefahrenlage ist uneinheitlich. Während Anwohner und Stadt die Situation als kritisch einschätzen, lagen dem Landkreis und der Straßenmeisterei bislang keine Unfallschwerpunkte nach statistischen Kriterien vor. Die Polizei hat die Kreuzung L170 / Am Ortfelde / Gustav-Bosselmann-Ring inzwischen aber als Unfallhäufungsstelle eingestuft. Damit ist sie als statistisch auffälliger Bereich erfasst.
Als nächster Schritt wird die Kreuzung in diesem Jahr in der Unfallkommission behandelt. Dort beraten Polizei, Landkreis und Straßenbaubehörde gemeinsam über mögliche Konsequenzen. Erst in diesem Verfahren wird entschieden, ob und welche Maßnahmen – etwa bauliche Veränderungen, Geschwindigkeitsanpassungen oder Markierungen – umgesetzt werden.
Die zweite Kreuzung im Bereich der Finteler Straße und Zahrenhusenstraße bleibt dagegen weiterhin außerhalb dieser Einstufung. Die Polizei verweist auf die Unfallauswertung der vergangenen Jahre und betont, dass die Kriterien für eine Unfallhäufung nicht erfüllt seien. Die Straßenmeisterei sieht aktuell ebenfalls keinen Bedarf für bauliche oder verkehrslenkende Maßnahmen. Für die Betroffenen entsteht daraus ein wachsender Gegensatz zwischen offizieller Bewertung und erlebter Realität.
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