Rettung für den maroden Südflügel
Im Mai 2022 wird der Großteil der sanierten Villa in Breidings Garten der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben. Schon damals steht fest, dass für den Erhalt des Südflügels (links im Bild) noch einmal viel Geld eingeworben werden muss. Nun ist klar: Rund 500.000 Euro sind für weitere Sanierung notwendig. Foto: at
Der historische Landschaftsgarten Breidings Garten in Soltau mit seiner Villa soll erhalten und behutsam saniert werden. Ein großer Teil ist bereits geschafft, wie Stiftungsvorstand Horst Geissler kürzlich im Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Feuerwehr erläuterte.
Bedeutendes Ensemble aus dem 19. Jahrhundert
Breidings Garten gilt mit Villa und Park als bedeutendes Ensemble aus dem 19. Jahrhundert. Seit 2016 wurde ein Großteil der Anlage umfassend restauriert. Fassade, Fenster und die Säle wurden nach historischen Vorgaben und modernen Anforderungen saniert. Auch das Obergeschoss ist mittlerweile zu Büroräumen umgebaut und vermietet, ebenso zwei Räume im Erdgeschoss. 1,6 Millionen Euro sind bislang in die Sanierung geflossen.
Stahlträger angerostet, Holz von Schimmel befallen
Nun geht es jedoch um den Südflügel, der, so schilderte es Geissler den Ausschussmitgliedern, ebenfalls dringend sanierungsbedürftig sei. Dabei handelt es sich um einen Fachwerkbau auf einer maroden Kellerdecke. „Sie ist sehr feucht, die Stahlträger sind angerostet, die Holzkonstruktion durchfeuchtet, es gibt einen Schimmelbefall. Das muss saniert werden, um einen Zusammenbruch zu verhindern.“ Teilweise seien bereits provisorische Sicherungen vorgenommen worden, um die Statik zu stabilisieren.
Restaurierung nach historischem Vorbild
Es sei ein erheblicher Aufwand erforderlich, räumte Geissler ein. Nicht nur eine Betondecke müsse eingezogen werden, auch das Dach, die Holzbalken und Fenster seien marode. Das ursprüngliche Mansarddach mit Gauben sowie die Zierelemente sollen wieder nach historischem Vorbild hergestellt werden. Dabei wolle man sich an alten Plänen und Fotografien orientieren, so Geissler. Überhaupt sollen die historischen Strukturen weitgehend erhalten bleiben. Auch die Fassaden und Putzflächen sollen denkmalgerecht überarbeitet werden. Denn neben der baulichen Substanz spiele auch die historische Wirkung eine Rolle.
20.000 Euro vom Landkreis
Der Landkreis sagte mit einem entsprechenden Beschluss der Gremien zu, 20.000 Euro für die weiteren Baumaßnahmen zur Verfügung zu stellen. In dieser Woche befasst sich zudem die LEADER-Region Hohe Heide mit einem Förderantrag. Rund 96.000 Euro erhofft sich die Stiftung aus Mitteln der Europäischen Union. Die Gesamtkosten für die geplanten Arbeiten sind erheblich: Gut 500.000 Euro werden veranschlagt. Neben dem Landkreis und den Mitteln der LEADER-Region erwartet die Stiftung auch Mittel der Stadt Soltau in Höhe von 20.000 Euro. Zugesagt sind bereits Zuschüsse der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 70.000 Euro und der Sparkassenstiftung in Höhe von 40.000 Euro.
Stiftungsvorstand Horst Geissler (vorn) erläutert 2022 die weiteren Maßnahmen, die im Südflügel notwendig sind. Foto: at
Außerdem seien Mittel aus einem Sonderprogramm für Baudenkmale der Bundesregierung beantragt. Sie machen mit fast 250.000 Euro den Löwenanteil aus. Die Stiftung selbst sei nicht sehr kapitalkräftig, stelle aber dennoch Eigenmittel und Spenden für die weiteren Baumaßnahmen in Höhe von 18.000 Euroin Aussicht, so Geissler.
Ausflugsziel für Familien
Der Landkreis betonte in seiner Beschlussvorlage auch die gesellschaftliche Bedeutung der Anlage. Breidings Garten sei ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und ermögliche auch Menschen mit geringerem Einkommen kulturelle Teilhabe und Erholung im Grünen. Wann die Arbeiten am Südflügel beginnen, hängt nun von der Bewilligung der weiteren Fördermittel ab.
Stiftung 2008 gegründet
2008 wurde durch die Stadt Soltau, die Volksbank Lüneburger Heide sowie durch Eckhart und Hinrich Röders eine gemeinnützige Stiftung für Breidings Garten ins Leben gerufen. Dank des Einsatzes der Gründungsstifter war es möglich, den Park im Rahmen einer Zwangsversteigerung zu erwerben und ihn damit dauerhaft für die Öffentlichkeit zu sichern. Bei allen weiteren Maßnahmen ist die Stiftung auf Fördermittel angewiesen. Zudem gibt es einen Verein, der sich ebenso für den Erhalt der Parkanlage einsetzt.