Für Munster bleibt der Windkraft-Ausbau ungewiss

Windrad in Großenwede bei Schneverdingen. Munster hat bislang keine Windkraft, ob es die Chance hat, zwei Potenzialflächen zu nutzen, hängt von noch unter Verschluss gehaltenen Stellungnahmen der Bundeswehr ab. Foto: bk

Windenergie stößt im Heidekreis an militärische Grenzen: In Wietzendorf sind Pläne gescheitert, in Munster bleibt der Ausbau ungewiss. Zwei Potenzialflächen geben dort noch Anlass zur Hoffnung. Während andernorts konkrete Flächenkulissen entstehen und Investoren mit den Hufen scharren, bleibt die Windenergie für die Stadt Munster vorerst vor allem eines: eine vorsichtige Hoffnung.

Große Teile des Stadtgebiets sind entweder Truppenübungsplatz oder liegen in militärisch genutzten Lufträumen um Faßberg. Rund die Hälfte der Fläche ist direkt durch militärische Nutzung gebunden. Dazu kommen Einflugschneisen und Radarsysteme, die den Bau von Windenergieanlagen erheblich einschränken.

Diese Rahmenbedingungen haben Folgen: Aktuell ist in Munster keine einzige Windenergieanlage am Netz. Auch eigene Planungen verfolgt die Stadt nicht – sie ist vollständig auf die Ergebnisse der Windflächenplanung des Landkreises und die Planungen der Streitkräfte angewiesen. Immerhin: Potenzialflächen gibt es – und das sogar auf dem Truppenübungsplatz in Lopau. Eine zweite Potenzialfläche hat der Kreis für Töpingen/Alvern ausgewiesen.

Wie schwer sich Windenergie unter diesen Bedingungen durchsetzen lässt, zeigt das Beispiel Wietzendorf. Dort wurden ambitionierte Planungen jüngst komplett gestoppt – wegen einer Absage der Bundeswehr. Für Wietzendorf ein herber Rückschlag. Einnahmen aus Windparks – von Gewerbesteuer bis zur Beteiligung nach dem EEG – hätten jährlich sechsstellige Beträge erreichen können. Nun bleibt die Gemeinde, eingeklemmt zwischen den Truppenübungsplätzen Bergen und Munster, außen vor.

In Munster wird noch gehofft. Bürgermeister Ulf-Marcus Grube formuliert es nüchtern – man erwarte nichts, „freue sich dann aber umso mehr“, wenn doch etwas möglich werde. Ob die beiden Potenzialflächen am Ende echte Vorranggebiete werden, ist offen. Die Entscheidung liegt nicht bei der Stadt, sondern im laufenden Verfahren zur Neuaufstellung des Teilprogramms Windenergie im Heidekreis. Dieses Verfahren ist inzwischen einen Schritt weiter: Die öffentliche Auslegung der Planungen wurde Ende 2025 abgeschlossen, aktuell läuft die Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen. Danach wird sich zeigen, welche Flächen Bestand haben. Vorab gibt es keine Informationen zu den Stellungnahmen insbesondere der Bundeswehr.

Für Munster wäre selbst ein kleiner Durchbruch von großer Bedeutung, Windenergie ist dank Gewerbesteuer, EEG-Beteiligungen, Pachteinnahmen der Grundstückseigentümer und dank der regionalen Wertschöpfung durch Bau und Wartung ein handfester Wirtschaftsfaktor.