Kein Netto-Markt für Neuenkirchen

Extra Plakate besorgt (von links): Matthias Dreiucker, die Grünen, Thorsten Möhlmann, Flupis, und Franka Strehse, SPD, wollten am Montag gegen den Verkauf der Fläche des alten Bahnhofsgeländes demonstrieren. Wegen des Beschlusses im Verwaltungsausschuss ist das nun nicht mehr nötig. Foto: cl

Neue Entwicklung im Fall des geplanten Netto-Markts in Neuenkirchen. Am Donnerstag tagte der Verwaltungsausschuss der Gemeinde unter Ausschluss der Öffentlichkeit, in dem eine breite Mehrheit der Ratsmitglieder gegen einen Verkauf des ehemaligen Bahnhofsgeländes in Delmsen gestimmt hat. Damit sind die Pläne für eine neuen Netto-Discounter in Delmsen vorerst vom Tisch. Bürgermeister Carlos Brunkhorst spricht von der „richtigen Entscheidung im Moment“.

Die Netto-Baupläne sind seit der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses am 10. März das große Thema in der Gemeinde. Damals stellten zwei Investoren ihre Pläne vor, auf dem Grundstück des ehemaligen Kleinbahnhofs in Delmsen einen neuen nachhaltigen Supermarkt der Kette Netto zu bauen. Schon im Bauausschuss gab es unterschiedliche Meinungen dazu. Während einige Ratsmitglieder das Projekt begrüßten, da die Gemeinde das Gelände für den gewerblichen Zweck gekauft habe, lehnten andere das Vorhaben ab, da auch Zweifel an der Zukunftsfähigkeit eines dritten Supermarktes im Ort neben Edeka und Lidl geäußert wurden.

Nun kam es zur Abstimmung im Verwaltungsausschuss darüber, ob das Projekt weiter vorangetrieben werden soll. Das Ergebnis war eindeutig: Die große Mehrheit des Rates lehnt das Vorhaben ab. Die Ortsgruppe aus SPD, Flupis, den Grünen und der FDP, die eine Demo gegen den Verkauf des Geländes veranstalten wollte (siehe Infokasten), heißt den Entschluss des Verwaltungsausschusses gut. „Wir von der bunten Ratsgruppe freuen uns, dass es in Delmsen jetzt erst einmal so bleibt, wie es ist“, sagt SPD-Ratsmitglied Franka Strehse.

Manfred Stein, Fraktions vorsitzender der CDU im Rat, spricht davon, dass es unte den aktuellen Voraussetzunge keinen Sinn ergebe, das Projekt zu verfolgen. Daher „haben wir, die CDU, uns gegen dieses Projekt entschieden“, sagt Stein. „Wir wollen nicht neben dem einen Discounter einen ande ren Discounter haben, sonder eigentlich ist unser Wunsch, dass sich ein Drogeriemarkt dort ansiedelt.“

Brunkhorst, der sich eigent lich für eine gewerbliche Nutzung der Fläche einsetzt, steht hinter dem Entschluss des Verwaltungsausschusses: „Das Vorhaben entspricht offensichtlich nicht dem, was sich hier die Mehrheit der Bevölkerung vor stellt.“ Das spiegelt auch eine Online-Umfrage in der Gemeinde wider. Dort sprach sich zwar eine Mehrheit für den Verkauf aus, aber nicht für den Netto.

Organisatoren sind zufrieden

Die Ortsgruppe von SPD, Flupis, den Grünen und FDP hatte ursprünglich eine Demonstration auf dem alten Bahnhofsgelände in Delmsen neben dem Feuerwehrhaus geplant, die gegen den Verkauf der Fläche gerichtet gewesen wäre. Die Organisatoren wollten für die Ablehnung des Projekts die Unterstützung der Bevölkerung einholen. Das ist nun nicht mehr nötig, nachdem der Verwaltungsausschuss mit einer deutlichen Mehrheit den Plänen für einen Verkauf eine Absage erteilt hat. „Damit haben wir unser Ziel erreicht und sagen daher die Demo für den kommenden Montag ab“, bestätigt Franka Strehse, SPD-Ratsmitglied.