Trinkwasser sicher, aber Schutz bleibt Daueraufgabe

Etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser stellt das Wasserwerk Schüttenbusch in Soltau pro Jahr für die rund 22.000 Einwohner zur Verfügung. Foto: at

Die Trinkwasserversorgung in Soltau ist nach Angaben der Stadtwerke aktuell gesichert. Einschränkungen bei der Förderung oder für Verbraucher gibt es demnach nicht. Auch die Qualität des Trinkwassers wird als gut bewertet. Das für die Versorgung genutzte tiefere Grundwasser weise stabile Werte auf, heißt es.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hatte dagegen kürzlich in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für ganz Niedersachsen zum Wassersparen aufgerufen. Er bezog sich dabei auf niedrige Grundwasserstände in vielen Regionen des Landes, trotz teils kräftiger Niederschläge im Mai.

Auch in Soltau werden die regionalen Unterschiede beobachtet, so eine Sprecherin der Stadtwerke. Einschränkungen gebe es im Versorgungsgebiet derzeit nicht, auffällig seien jedoch Veränderungen in oberflächennahen Grundwassermessstellen, an denen punktuell erhöhte Belastungen registriert werden. Sie gelten als Frühindikatoren für mögliche langfristige Entwicklungen im Grundwasser. Die Trinkwassergewinnung selbst erfolgt aus tieferen Schichten, die deutlich langsamer auf äußere Einflüsse reagieren, von 15 bis 30 Jahren ist die Rede.

Die Stadtwerke Soltau gehören zu den Wasserversorgern in Niedersachsen, mit denen kürzlich neue Trinkwasserschutzverträgen abgeschlossen wurden. Ziel ist es, die Qualität des Grundwassers langfristig zu sichern, vor allem durch weniger Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge aus der Landwirtschaft. Gefördert werden dafür Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Behörden, etwa über Beratung und freiwillige Vereinbarungen. Das Programm ist Teil eines landesweiten Kooperationsmodells, das seit den 1990er-Jahren besteht und nun erneut finanziell gestärkt wird. Insgesamt soll der vorsorgende Trinkwasserschutz in belasteten Regionen damit weiter ausgebaut werden.

Die Stadtwerke Soltau sitzen der Wasserschutzgebiet-Kooperation Heidekreis Nord vor und würden den Trinkwasserschutz seit Jahren voranbringen, erklärt die Sprecherin. Für die Gewässerschutzberatung stehen zwischen 2026 und Ende 2028 für die Gebiete Schneverdingen, Soltau, Delmsen und Wietzendorf rund 210.000 Euro bereit. Zusätzlich gibt es jährlich etwa 53.000 Euro für freiwillige Vereinbarungen mit landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Vereinbarungen sollen Landwirten helfen, gewässerschonender zu wirtschaften, etwa durch angepasste Düngung oder Zwischenfrüchte. Die Mittel würden nach Bedarf verteilt und hingen von der Zahl der teilnehmenden Betriebe ab. Im Soltauer Versorgungsgebiet arbeiten derzeit 13 landwirtschaftliche Betriebe mit den Stadtwerken zusammen.

Historischer Tiefststand bei Tetendorf

Daten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) bieten einen Überblick über die Grundwasserstände. Von 161 ausgewerteten Messstellen lagen im Mai 93 unter dem langjährigen Durchschnitt, neun erreichten sogar historische Tiefststände. Im Heidekreis sind sechs Messstellen erfasst. Zwei davon stehen auf der höchsten Warnstufe und unterschreiten ihre bisherigen Niedrigstwerte: in Tetendorf bei Soltau (Bereich Hof Loh) sowie nördlich von Wintermoor.