Erstmals ein Mann im Hofstaat
Stellen das Programm fürs 80. Heideblütenfest vor (von links): Kai Heumann, Christine Behrenberg (beide Stadt Schneverdingen), Svenja Böhling (Spielmannszug Schneverdingen), Kristin Milanovic (Stadt Schneverdingen) und Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens.
Zwei Monate nach dem Schneverdinger Stadtfest anlässlich von 50 Jahren Stadtrechte, das Ende Juni gefeiert wird, steht vom 27. bis zum 30. August bereits das nächste Jubiläum auf dem Programm. Beim Heideblütenfest krönt die Stadt ihre 80. Heidekönigin. Inoffizieller Start des traditionsreichen Festes ist erneut die letzte Ausgabe von „Musik am Mittwoch“ bei La Habana in der Rathauspassage. Vier Tage lang wird dann gefeiert.
Beim Höhepunkt des Festes, der Krönung der neuen Heidekönigin, wird sich den Gästen ein ungewöhnliches Bild bieten: Erstmals besteht der Hofstaat der Monarchin aus drei Ehrendamen und einem Ehrenherrn. Der Wunsch nach einer nicht mehr rein weiblichen Besetzung war an den Vorstand des Trägervereins Heideblüte herangetragen worden und fand dort Zustimmung. „Vor einigen Jahren hätte ich mir das noch nicht vorstellen können“, sagt Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, die zugleich Vorsitzende des Vereins ist. Jetzt sei sie aber froh über die Entscheidung und könne sich sogar noch mehr vorstellen – nämlich für die Zukunft „eine paritätische Besetzung aus zwei Ehrendamen und zwei Ehrenherren“.
Das Akkordeonorchester aus Visselhövede spielt auf
Offiziell beginnt das Heideblütenfest mit dem Dämmerschoppen des Stadtjugendrings am Donnerstag. Das Festgelände erstreckt sich erneut bis zur Gartenstraße. Von Freitag bis Sonntag sorgen drei Bühnen in der Rathauspassage, der Rotenburger Straße und der Gartenstraße für ein vielfältiges Programm, ergänzt durch das Akkordeonorchester aus Visselhövede, das am Freitag im Kulturhaus Rock, Pop, Musical und Klassik verbindet. Der Sonnabend startet traditionell mit dem Frühschoppen am Schafstall, bei dem die Schneverdinger und die Gast-Spielmannszüge auftreten, bevor am Nachmittag im Höpen und in der Rotenburger Straße Familien auf ihre Kosten kommen.
Fast schon Tradition hat auch die Lasershow, die auf der Grünfläche an der Sonnenuhr mit Musik und Feuereffekten inszeniert wird. Sie ersetzt seit einigen Jahren das Feuerwerk.
Auf der Bühne im Höpental spielt in diesem Jahr am Sonnabend und Sonntag die Calluna-Bühne aus Schneverdingen „Robin Hood“. Die Theatergruppe wechselt sich mit den Soltauer Zeitlosen und „LaFiBo“ aus Bomlitz beim Festspiel ab. Dass die Schneverdinger im Jubiläumsjahr an der Reihe sind, ist kein Zufall: „Das war uns wichtig“, sagt Moog-Steffens. „Deshalb haben wir schon vor zwei Jahren bei der Planung darauf geachtet, dass das passt.“ Das Bühnenbild wird wieder von Daniel Wesseloh gestaltet. Viel wird dazu noch nicht verraten – eines dann aber doch: „Das Bühnenbild wird die vier Jahreszeiten abbilden“, verrät Stadtmitarbeiter Kai Heumann.
Am Sonntag zieht der große Festumzug unter dem Motto „Schneverdingen bewegt seit 50 Jahren – gestern, heute und morgen“ durch die Stadt. Bisher besteht er aus 30 Bildern. Damit sind die Organisatoren nicht unzufrieden, freuen sich aber auf weitere Anmeldungen. Auch Umzugsbegleiter und Schilderkinder werden noch gesucht und können sich bei der Stadt melden.
Ein Wunsch des Vereins Heideblüte bleibt es, die Krönung aus dem Höpen in die Stadt zu übertragen, zum Beispiel in Seniorenheime oder in die Innenstadt, für alle, die sich den Weg über die Sandwege ins Höpental nicht zutrauen. Ein erster Versuch 2025 war misslungen. „Ich bin weiter in Gesprächen mit Anbietern“, sagt Christine Behrenberg von der Stabsstelle Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Tourismus. „Die Herausforderung bleibt aber, dass das Handynetz in der Innenstadt aufgrund der großen Besucherzahl am Festwochenende nicht stabil funktioniert.“
Dauerthema beim Heideblütenfest ist die Diskrepanz verkaufter Plaketten gegenüber der Besucherzahl. Vergangenes Jahr besuchten 45.000 Menschen das Fest. Gleichzeitig wurden nur 12.500 Plaketten verkauft. Seit einigen Jahren beantragt der Verein Heideblüte eine Defizitabdeckung von 50.000 Euro bei der Stadt. Im vergangenen Jahr lag das tatsächliche Defizit bei 44.000 Euro. Erstmals gibt es im Vorverkauf Festivalbänder, um den Preis von 5 Euro halten zu können. Der Verein will gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den Rotenburger Werken für die Holzplaketten nicht aufgeben. Sie sind für 6 Euro im Vorverkauf erhältlich. Am Festwochenende kosten sie 8 Euro. „Der Kauf ist wichtig, um das Fest zu finanzieren“, betont Moog-Steffens. Sie appelliert, das Fest nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen. „Würden alle eine Plakette kaufen, bräuchte es die Defizitabdeckung nicht“, so Behrenberg.