„Hier wird Gemeinschaft gelebt“

Auf dem Weg zur neuen Truppenküche: Freude über den Baufortschritt bei (von links) Marco Lehmann, Leiter Kompetenzzentrum Baumanagement Hannover des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr; Moritz Bock, Projektleiter Staatliches Baumanagement Lüneburger Heide; Bauamtsleiterin Petra Könneker vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide; Finanzstaatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette und Oberstleutnant Ludwig Mijan vom Panzerlehrbataillon 93. Foto: ari

Das Fundament der Maslowschen Bedürfnispyramide bildet die Grundbedürfnisse des Menschen ab, vor allem Essen und Schlafen. Erst auf der zweiten Stufe steht die Sicherheit. In Soldatensprech übersetzt: Ohne Mampf kein Kampf. Der Spruch waberte nun durch die Freiherr von Boeselager-Kaserne in Munster. Dort wurde Richtfest gefeiert, und Festredner Marco Lehmann, Kapitän zur See und Leiter des Kompetenzzentrums Baumanagement Hannover des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, ließ es sich nicht nehmen, neben dem Satz mit dem Mampf auch noch „Ohne Fleiß kein Preis“ und „Futtern wie bei Muttern“ in seine Rede einzubauen. Passend war alles irgendwie, denn es ging um eine neuen Truppenküche.

Es ist ein Projekt mit prognostizierten Baukosten von mehr als zehn Millionen Euro. Anfangs stand noch der Plan, das alte Gebäude für 85.000 Euro zu sanieren, aber aus dieser kostensparenden Variante wurde nichts. „Die Baumaßnahme ist erforderlich, weil das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1985 aufgrund erheblicher baulicher und hygienischer Mängel stillgelegt werden musste“, teilt das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide dazu mit. „Im Planungsprozess hatte sich gezeigt, dass ein Neubau wirtschaftlicher und funktional sinnvoller ist als eine Kernsanierung.“

Zeitenwende beschert Bundeswehr Geldsegen

Die Zeitenwende spült der Bundeswehr viel Geld zu, über eine Milliarde pro Jahr allein für Baumaßnahmen. Das größte Stück vom Kuchen bekommt Niedersachsen. „Darauf bin ich stolz“, erklärte Sabine Tegtmeyer-Dette, Staatssekretärin im für das Staatliche Baumanagement zuständigen Landesfinanzministerium, anlässlich des Richtfestes. Der Neubau entsteht als teilunterkellertes eingeschossiges Gebäude mit Flachdach inmitten der Liegenschaft am Wietzendorfer Weg und ersetzt das bisherige Wirtschaftsgebäude. Er gliedert sich in drei Baukörper: Einen großzügigen, lichtdurchfluteten Gastbereich mit Speisesaal und 132 Sitzplätzen, den Küchen- und Personalbereich sowie eine Technikzentrale auf dem Dach.

Die Küche erhält moderne Koch- und Spültechnik sowie eine Nassmüllentsorgungsanlage. Die Planung ermöglicht zudem die flexible Nutzung des Speisesaals auch für Veranstaltungen und Besprechungen. Es entstehe nicht nur ein Ort zur Nahrungsaufnahme, sondern ein sozialer Treffpunkt, führte Hausherr Oberstleutnant Ludwig Mijan, Kommandeur des Panzerlehrbataillons 93, in seiner Rede aus: „Hier wird nicht nur gegessen, hier wird Gemeinschaft gelebt.“

„Die Architektur verbindet eine moderne Gestaltung mit funktionalen Anforderungen des Bundeswehrbetriebs“, lobte Petra Könneker, Leiterin des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide. „Zugleich legen wir einen besonderen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit und schaffen damit einen Neubau, der sowohl wirtschaftlich als auch zukunftsfähig ist.“ Die Kantine wird regulär rund 300 Militärangehörige am Standort versorgen. „Ausgerichtet am aktuellen Stand der Technik wurde entlang der Musterplanung ein Wirtschaftsgebäude konzipiert, welches allen Anforderungen der Truppe gerecht wird“, so Lehmann.

Tatsächlich wird der Bau über die gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes hinaus im besonders energieeffizienten EG-40-Standard geplant und unterschreitet die gesetzlichen Vorgaben um 45 Prozent. Alle Dachflächen werden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, und die Gebäudetechnik ist auf hohe Energieeffizienz ausgelegt. Zudem wird anfallendes Niederschlagswasser ortsnah versickert, um den Grundwasserspeicher vor Ort anzureichern. Die Übergabe des Neubaus ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen.