Karls Erlebnis-Dorf bekommt 675.750 Euro
Die Erdbeeren-Raupenbahn soll auch in Bispingen eine Attraktion sein.
Das Land Niedersachsen unterstützt den Bau von Karls Erlebnis-Dorf in Bispingen mit 675.750 Euro. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne übergab den Förderbescheid am Donnerstag bei einem Unternehmensbesuch am Karls-Standort Loxstedt. Das Geld stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Insgesamt investiert die Karls Tourismus GmbH nach Angaben des Ministeriums rund 29,1 Millionen Euro am Gauß’schen Bogen. Entstehen sollen dabei 39 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze, darunter ein Ausbildungsplatz.
„Mit dem neuen Erlebnis-Dorf entsteht in Bispingen ein touristisches Angebot, das weit über den einzelnen Standort hinaus Wirkung entfalten kann“, erklärte Tonne. Davon profitierten nicht nur die Beschäftigten, „sondern auch Gastronomie, Handel und weitere touristische Angebote in der Region“. Gerade die Lüneburger Heide lebe davon, dass private Unternehmen investierten und neue Gäste für die Region gewännen.
Karls-Gründer Robert Dahl sprach von einem „Meilenstein für unser Engagement in Niedersachsen“ und einem „starken Signal für die touristische Entwicklung der gesamten Region“. Man wolle Bispingen zu einem „noch attraktiveren, ganzjährigen Ausflugsziel für Familien“ machen.
Vorgesehen sind auf dem bislang ungenutzten Gewerbegrundstück Indoor- und Outdoor-Attraktionen, Gastronomie, ein Manufakturenmarkt sowie die dazugehörige Infrastruktur. Eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung soll einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren nach Unternehmensangaben die Lage an der A7, die vorhandene touristische Infrastruktur und Synergien mit den bestehenden Freizeiteinrichtungen.
Seit zwei Jahren in der Planung
Die Ansiedlung war im September 2024 bekannt geworden. Die Ratsvorlage sprach damals nur von der „Ansiedlung eines größeren touristischen Projekts“; erst in der öffentlichen Sitzung nannte Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis den Investor. Der Rat stimmte noch am selben Abend einstimmig zu. Vorgestellt hatte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Harburg (WLH) das Vorhaben im Juni zuvor im nichtöffentlichen Teil.
„Karls Erlebnis-Dorf wird das touristische Angebot in Bispingen enorm bereichern“, sagte Bülthuis seinerzeit. WLH-Vertreter René Meyer argumentierte im Rat, das Erlebnis-Dorf sei eine ideale Ergänzung zu den vorhandenen Betrieben und könne die Aufenthaltszeit der Gäste verlängern. Auf 40.000 Quadratmetern zwischen Abenteuerland und Snow-Dome entstehen unter anderem zwei Indoor-Fahrgeschäfte sowie zwei Außenattraktionen, die es an keinem anderen Karls-Standort geben soll. Übernachtungsmöglichkeiten sind nicht geplant; der Eintritt aufs Gelände bleibt wie überall bei Karls frei.
Dahl hatte im September 2024 gegenüber der BZ von 25 bis 30 Millionen Euro für die erste Bauphase gesprochen — das Grundstück lasse es zu, später weitere Attraktionen zu ergänzen. Auch bei der Beschäftigung wurde bislang mit einer größeren Zahl geplant: Von mittelfristig bis zu 250 Arbeitsplätzen war seit der Ansiedlungsentscheidung die Rede. Die 39 Stellen aus dem Förderbescheid beziehen sich ausdrücklich auf sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze; Saison- und Teilzeitkräfte zählen in einer Förderstatistik anders als in einer Standortprognose.
Was der Park für den Ort bedeutet
Kalkuliert wird mit rund 310.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr. Zusammen mit der für Ende 2028 geplanten Reaktivierung des Personenverkehrs nach Soltau und Lüneburg verändert das die Verkehrsströme im Ort spürbar. Für Planung, Zuwegungen und Tiefbauarbeiten im Zusammenhang mit beiden Vorhaben sind im Gemeindehaushalt rund zwei Millionen Euro über drei Jahre eingestellt; den Löwenanteil erwartet Bülthuis vom Land erstattet. Im Juni beschloss der Rat außerdem das Mobilitätskonzept „BispingenMobil“ – ein Ridepooling-System mit zwei Kleinbussen und mehr als 100 virtuellen Haltestellen, das ab Januar 2027 fahren und damit rechtzeitig zur Eröffnung des Parks stehen soll. Die Tourismusbetriebe und die Bispingen Resort GmbH tragen 80 Prozent der Kosten, der kommunale Anteil ist auf maximal 86.000 Euro gedeckelt. Eröffnen soll Karls Erlebnis-Dorf nach dem zuletzt genannten Stand im Frühjahr 2027.