Ab in die Spur: Langlauf mitten in Soltau
Bei strahlendem Sonnenschein drehen gestern Morgen (von links) Edgar Thorey, Jürgen Winkelmann und Gunther Killian die erste Runde auf der neuen Loipe auf dem Gelände des Golfparks Soltau. Später kommt Neuschnee dazu. Foto: at
Das kalte Winterwetter hat auch dem Heidekreis beste Schneebedingungen beschert. Wer am Wochenende Wintersport treiben wollte, musste dafür nicht in den Harz fahren. Der Schneefall bescherte beste Bedingungen zum Schlittenfahren und sogar für den Langlauf.
Jürgen Winkelmann vom Söhrenhof in Leitzingen hat am Sonntag eine drei Kilometer lange Langlaufloipe auf dem Gelände des Golfparks am Hof Loh in Soltau gespurt. „Es soll mindestens diese Woche noch schön sein, vielleicht schneit es auch noch einmal.“ Eine halbe Stunde brauchen gute Langläuferinnen und Langläufer für die Strecke vom Parkplatz am Clubhaus und zurück. Wer sich noch mehr austoben möchte, kann auch seine eigene Spur ziehen oder einfach noch eine weitere Runde auf der Loipe drehen.
Vor Jahren hatten Winkelmann und Otto Elbers die Idee, ein Spurgerät für Loipen zu bauen. Bislang kam das Gerät zweimal zum Einsatz, zuletzt vor fünf Jahren. In Absprache mit den Greenkeepern des Golfparks war es auch aktuell kein Problem, die Loipe zu ziehen. Das Spurgerät wird hinter einem Golfcart gehängt. Es ist eine schwere Eisenplatte mit einer Art Kufen an der Unterseite. Getestet haben Winkelmann und Elbers die Funktion vor Jahren an einem geeigneten Ort: im damaligen Snow-Dome in Bispingen, der heute Snow-World heißt.
Schon am Sonntagnachmittag nutzte Gunther Killian als einer der ersten die neue Loipe. Ja, trotz guten Trainingsstands spüre er leichten Muskelkater. „Es ist das Coole am Langlauf: Es ist ein Ganzkörperworkout“, wirbt Killian für den Sport, der angenehmer als Laufen sei, weil man gelenkschonend gleite. „Und noch besser ist es, wenn es eine gute Spur gibt.“
Vor vielen Jahren hat es bereits ein Gerät für das Spuren von Loipen in Soltau gegeben. Damals übernahmen die Stadtwerke in den Wintern die Vorbereitung. Diese Spuren wurden rund um das Wasserwerk am Schüttenbusch gezogen.
Eine rasante Abfahrt, wie im Harz, gibt es in der Golfplatz-Loipe allerdings nicht. Aber es gehe schon ein „bisschen zu Thale“, wie Killian erzählt. Da brauche es schon ein wenig Können, denn Bremsen könne man mit den Langlaufskiern nur schwerlich: „Die muss man laufen lassen und in der Spur bleiben“, erklärt auch Jürgen Winkelmann. Er jedenfalls hofft, dass noch viele aus der Region ihre Langlaufausrüstung im Keller haben und nun bei dem schönen Wetter Lust auf eine kleine Runde durch das Winter-Wonderland verspüren. „Die Bevölkerung ist herzlich willkommen zum Langlauf.“
An anderer Stelle war der viele Schnee eher ungünstig. Auf den Straßen mussten sich die Autofahrer zunächst auf die widrigen Bedingungen einstellen. Es kam zu einigen Unfällen mit Blechschäden und Leichtverletzten. Am Sonnabend staute sich der Verkehr bereits erstmals im neuen Jahr auf der Autobahn 7 und in der Folge auch in Soltaus Innenstadt. Für diese Strecke, aber auch die A27, hatte die Polizei einige kleinere Unfälle gemeldet. Aber auch der Rückreiseverkehr nach den langen Feiertagen tat sein Übriges.