Heidekreis entwickelt KI-Strategie

Der Landkreis Heidekreis will eine KI-Strategie für die Kreisverwaltung, die auch als Blaupause für andere Landkreise dienen soll. Dafür überreicht Regionalentwicklungsministerin Melanie Walter in Bad Fallingbostel den Förderbescheid an Landrat Jens Grote und die Verwaltungsmitarbeiterinnen Wiebke Lenkeit und Anke von Fintel (rechts) im Beisein von SPD-Landtagsabgeordnetem Sebastian Zinke (links).

Künstliche Intelligenz ist in vielen Bereichen längst Alltag, sei es in Unternehmen, in der Medizin oder im Bildungssektor. In der öffentlichen Verwaltung dagegen steckt ihr Einsatz vielerorts noch in den Anfängen. Im ländlichen Raum ist Digitalisierung doppelt herausfordernd: Viele ältere Menschen brauchen Unterstützung bei digitalen Angeboten. Zugleich sind lange Wege und dünne Strukturen ein Argument für digitale Lösungen. Hier setzt ein Projekt der Zukunftsregion „HeiDefinition“ an, zu der sich die Landkreise Celle, Heidekreis und Uelzen zusammengetan haben.

Der Landkreis Heidekreis will eine KI-Strategie für die Verwaltung entwickeln. Nicht nur für die eigene Kreisverwaltung, sondern möglichst als Blaupause für andere. Dafür erhält der Kreis eine Förderung des Landes Niedersachsen in Höhe von rund 40.500 Euro. Regionalentwicklungsministerin Melanie Walter überreichte in Bad Fallingbostel den Förderbescheid persönlich an Landrat Jens Grote. Bewusst auch als Signal: Digitalisierung sei gerade für ländliche Räume ein Zukunftsthema. „Wir wollen Synergien in den Verwaltungen schaffen. So, dass Bürgerinnen und Bürger konkret profitieren. Digitalisierung soll unterstützen, ohne den persönlichen Kontakt aus dem Blick zu verlieren.“

Mit dem Geld werden zwei Bausteine finanziert: Zum einen die wissenschaftliche Begleitung durch einen externen Dienstleister, zum anderen eine Viertelstelle innerhalb der Kreisverwaltung. Der erste Schritt ist nun die Suche nach einem geeigneten Dienstleistenden, der die Strategieentwicklung wissenschaftlich begleitet.

„Den Prozess hätten wir auch ohne Förderkulisse gestartet“, stellt Grote klar. Denn er geht davon aus, dass KI das Verwaltungshandeln in den kommenden Jahren „entscheidend beeinflussen“ wird. Perspektivisch könnten Auskünfte oder Genehmigungen zumindest teilweise automatisiert erstellt werden. Fachkräftemangel, steigender Veränderungsdruck und eine älter werdende Gesellschaft zwängen die Verwaltung zum Umdenken. KI solle nicht Menschen ersetzen, sondern Prozesse verbessern. Zugunsten von Bürgern wie Beschäftigten. Die Strategie soll klären, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen und wo klare Grenzen zu ziehen sind. Das im Heidekreis entwickelte Know-how soll später mit den Partnerlandkreisen geteilt werden.

„HeiDefinition“

Eine von 14 Zukunftsregionen

Das Projekt ist eingebettet in das Landesprogramm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“. Damit fördert das Land die Zusammenarbeit mehrerer Landkreise und kreisfreier Städte bei regionalen Zukunftsthemen. Bis Ende 2028 stehen dafür rund 96 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln zur Verfügung. Die Zukunftsregion „HeiDefinition“ ist eine von 14 Regionen. Für diesen Verbund sind knapp acht Millionen Euro aus EU-Fonds reserviert. Zusammen mit Eigenmitteln stehen rund 13,5 Millionen Euro für Projekte bereit.