Geflügelpest im Vogelpark ausgebrochen
Ein Bild aus besseren Zeiten. Nach Ausbruch der Vogelgrippe müssen die Vögel des Parks vorerst in ihren Ställen bleiben. Foto: js
Von Cornelius Lehnart
Die Vogelgrippe hat den Weltvogelpark erreicht. Nachdem am 17. Februar durch das Veterinäruntersuchungsinstitut Oldenburg (LAVES) bei fünf plötzlich verendeten Enten und Gänsen des Vogelparks das Virus der Geflügelpest festgestellt worden war, bestätigte das Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts den Befund einen Tag später. Damit gilt der Ausbruch als amtlich festgestellt – mit der Folge, dass der betroffene Tierbestand eingeschläfert sowie umfassende Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Das Veterinäramt hofft jedoch, durch umfangreiche Probeentnahmen und Isolierung einzelne seltene Tiere retten zu können.
Betroffen ist eine mehrere Hundert Quadratmeter große Meeresvogel-Voliere mit Außenanlage und Übernetzung. In dem Gehege lebten 80 Tiere. Für diese Anlage gilt keine Aufstallungspflicht, wie sie bis zum 15. Januar für den übrigen Heidekreis angeordnet worden war, da sich die Meeresvögel dort nicht artgerecht aufstallen lassen. Nach derzeitigem Stand wurde das Virus vermutlich durch Wildvögel in die Anlage eingetragen. Der betroffene Tierbestand wird nun eingeschläfert. Weitere Vögel aus der Voliere, darunter Basstölpel, werden trotz fehlender Symptome separat isoliert und mittels Tupferproben aus Kloake und Rachen getestet. Bei negativen Ergebnissen besteht die Hoffnung, einzelne Tiere am Leben erhalten zu können. Bislang ist nur dieses Gehege betroffen, die Vögel in angrenzenden Bereichen werden jedoch ebenfalls untersucht. „Es kann sich noch ausweiten, wir stehen erst am Anfang des Geschehens“, ordnet Dr. Thomas Krull, Leiter des Veterinäramts, die Lage ein. Für die übrigen Tiere hat der Weltvogelpark nach Angaben von Janina Ehrhardt sämtliche Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit der Behörde unverzüglich umgesetzt. Dazu zählen die geschützte Aufstallung aller weiteren Vögel im Park sowie verschärfte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Da es sich beim Vogelpark um eine zoologische Einrichtung handelt, für die in solchen Fällen besondere Regelungen gelten, hat das Veterinäramt zunächst darauf verzichtet, eine Restriktionszone – früher Sperr- oder Beobachtungsgebiet – festzulegen. Aufgrund der amtlichen Risikobewertung werden Geflügelhaltern im näheren Umkreis derzeit keine zusätzlichen Auflagen gemacht. Der Vogelpark bleibt infolge des Ausbruchs vorerst für mehrere Wochen geschlossen. Sowohl das Veterinäramt als auch die Parkleitung streben eine Wiederöffnung zum 14. März an.
Geflügelpest im Heidekreis
H5N1-Virus bei mehr als 100 toten Wildvögeln
Das als Vogelgrippe bekannte Virus H5N1 hat bereits Ende vergangenen Jahres für große Unruhe im Landkreis gesorgt. Der Leiter des Veterinäramts, Dr. Thomas Krull, bezeichnete die Lage von Oktober bis Anfang Dezember als außergewöhnlich. Mehr als 100 tote Wildvögel wurden in diesem Zeitraum registriert. „Ich habe in über 20 Jahren so etwas noch nicht erlebt“, sagte Krull. Das Virus selbst ist hochpathogen, erklärte er, benötigt jedoch einen Wirt – in diesem Fall Vögel –, um sich auszubreiten. Auch in diesem Jahr wurden bereits infizierte, verendete Kormorane bei Buchholz entdeckt.