Kommt „SOL“ zurück auf die Straße?
Bereits vor mehr als zehn Jahren wurde die Diskussion um eine Wiedereinführung des SOL-Kennzeichens angestoßen. Der Landkreis wies das Ansinnen der Stadt Soltau damals zurück. Archiv-Foto: wu
Die bundesweite Diskussion über eine Lockerung der Kfz-Kennzeichenvergabe erreicht auch den Heidekreis. Ausgelöst durch einen hessischen Vorstoß im Bundesrat wird geprüft, ob kleinere und mittlere Städte ab 20.000 Einwohner künftig leichter eigene Ortskürzel erhalten können. Ziel ist es, regionale Identität stärker abzubilden und Verfahren zu vereinfachen. Unterstützung kommt aus Niedersachsen, wo die Landesregierung darin eine Chance für mehr Sichtbarkeit regionaler Besonderheiten sieht.
Im Mittelpunkt der Debatte im Heidekreis könnte Soltau stehen. Die Stadt war bis zur Kreisreform Ende der 1970er-Jahre Namensgeber des Kreises, inklusive des Kennzeichens „SOL“, das später durch „SFA“ und nach der Umbenennung des Kreises durch „HK“ ersetzt wurde. Zwischen 2010 und 2012 wurde die Rückkehr von „SOL“ bereits intensiv diskutiert.
Auslöser war damals die bundesweite Initiative zur Kennzeichenliberalisierung, unter anderem angestoßen durch den Verkehrs- und Regionalforscher Professor Ralf Borchert von der Hochschule Heilbronn. Der Soltauer Stadtrat sprach sich 2012 für die Wiedereinführung von „SOL“ aus. Der Landkreis lehnte den Antrag jedoch ab und begründete dies damit, eine Wiedereinführung würde die „Zweiteilung des Heidekreises“ verstärken. Mit „HK“ dagegen sollte die neue Kreisidentität gestärkt werden. Sollte die derzeit diskutierte Reform tatsächlich zu einer Vereinfachung der rechtlichen Voraussetzungen führen, könnte das Thema in Soltau erneut konkret werden. Bürgermeister Karsten Brockmann zeigt sich dafür offen. Wenn die Wiedereinführung künftig mit geringeren Hürden verbunden sei, wäre es durchaus denkbar, dass ein entsprechender Antrag auf „SOL“ gestellt werde. Sollte dies politisch gewollt sein, könne man das Vorhaben auch umsetzen, so Brockmann. Für ihn persönlich sei dies grundsätzlich in Ordnung, da ein solches Kennzeichen zur regionalen Identität beitragen könne.
Seit der Reform 2012 wurden bundesweit mehr als 330 ehemalige Ortskennzeichen wieder eingeführt. Die aktuelle Debatte geht darüber hinaus und betrifft neue oder bislang nicht berücksichtigte Städte. In einer Vorschlagsliste mit 320 Kommunen steht auch Walsrode. Erster Stadtrat André Reutzel lehnte „WAL“ allerdings ab. Die Identifikation mit „HK“ sei stark ausgeprägt, ein zusätzliches Kennzeichen sei kein Thema.
Grundsätzlich soll es dabei bleiben, dass eine Entscheidung zu neuen Kennzeichen nicht auf kommunaler Ebene allein getroffen werden kann. Grundlage ist die bundesweit geltende Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Ob die Regelungen tatsächlich gelockert werden, ist noch offen und Teil laufender Diskussionen zwischen Bund und Ländern.