So wappnen sich Betriebe gegen die Hitze
Trinken, trinken, trinken: Bei hohen Temperaturen ist ausreichend Flüssigkeit besonders wichtig, nicht nur für Menschen, die draußen arbeiten. Foto: Adobe Stock
Im November wird sich auch das Land Niedersachsen an der länder- und ressortübergreifenden Krisenmanagementübung (LÜKEX) beteiligen. Im Mittelpunkt der Übung im Spätherbst soll das Szenario einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage stehen.
Aber schon jetzt werden für die nächsten Tage hohe Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius angekündigt. Für die Region der Lüneburger Heide soll es nicht ganz so heiß werden.Bereits im Juni gab es eine lange Periode mit extremer Hitze, teilweise mit mehr als 40 Grad, und anhaltender Trockenheit. Haben sich nach dieser Hitzeperiode vor Ort Altenheime, Bauhöfe, Kitas oder Handwerksfirmen auf solche Herausforderungen eingestellt?
„Unser Hitzeschutzkonzept hat gegriffen“, resümiert Norbert Dieckmann, Geschäftsführer der Stiftung Haus Zuflucht, die unter anderem das Seniorenheim in Soltau betreibt. Dabei verweist er auf altbewährte Mittel, wie das morgendliche Lüften, das Anbieten zusätzlicher Getränke und das Abschirmen der Räume vor der Sonne. Möglich sei es außerdem gewesen, die Bewohner in kühleren Räumen des Hauses zu betreuen, sagt er über das Konzept. Wer bettlägerig ist, erhalte kühle Wickel. Dieckmann räumt allerdings ein, dass die zur Verfügung stehenden Mittel relativ beschränkt seien. Das hänge auch mit der Refinanzierung zusammen, die kaum gegeben sei. Dennoch sei man dabei, sich für die Zukunft noch besser aufzustellen.
Im Arbeitsleben ist große Hitze insbesondere für Beschäftigte herausfordernd, deren Arbeitsplatz sich draußen befindet und die mit heißen Materialien umgehen. Beton- und Stahlbaumeister Christian Hanstein, Geschäftsführer des Bispinger Straßen- und Tiefbauunternehmens „Hanstein & Sand“, kennt beide Szenarien. Frischbeton reagiert bei der Verarbeitung sensibel auf hohe Außentemperaturen. Asphalt muss beim Einbau und Walzen über 100 Grad heiß sein, damit er zähflüssig und formbar ist. Die ausstrahlende Hitze des Baumaterials erhöht an Hitzetagen die ohnehin schwer erträglichen Temperaturen auf ein Maß, das das Arbeiten irgendwann gesundheitsgefährdend macht. „Wir verlegen an Hitzetagen den Arbeitsbeginn morgens um eine Stunde oder mehr vor und machen dann entsprechend früher Feierabend“, beschreibt Han-stein den Umgang des Unternehmens mit dem Problem. Wenn das stärkere Ausnutzen der kühleren Randzeiten nicht ausreiche, „gibt es auch mal hitzefrei“, ergänzt er. Man müsse flexibel und jeweils situationsangemessen reagieren.
Christina Witte, Leiterin des Schneverdinger Bauhofs, berichtet, dass den Mitarbeitern Wasser bereitgestellt und darauf geachtet werde, dass die Pausen eingehalten werden. „Selbstverständlich können die Mitarbeiter kurze Arbeitskleidung tragen, außerdem stellen wir Sonnenschutzmittel zur Verfügung.“ Eine Beschränkung auf Arbeiten im Innendienst sei beim Bauhof allerdings nicht möglich.
Gut durch heiße Tage
Wenn die nächste Hitzewelle kommt
Mediziner und Gesundheitsämter raten zu vorbeugendem Verhalten, um gut durch die Hitze zu kommen: ▶ Viel trinken – möglichst Wasser oder ungesüßte Getränke.
▶ Körperliche Belastung möglichst in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen.
▶ Es empfiehlt sich zudem leichte, helle Kleidung und Kopfbedeckung zu tragen.
▶ Beschäftigte im Freien sowie Pflegekräfte sollten auf ausreichende Trinkpausen, Sonnenschutz und regelmäßige Erholung im Schatten achten.
Weitere Informationen bietet das Bundesgesundheitsministerium unter der Rubrik Hitzeschutz und Vorsorge.