KSK-Fusion: Austausch läuft, Entscheidung noch offen

Die Kreissparkasse Soltau gehört als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut dem Landkreis Heidekreis. Aktuell wird durch die Kreispolitik eine Fusion mit der Kreissparkasse Walsrode angestrebt. Foto. at

Die möglichen Schritte zu einer engeren Zusammenarbeit bis hin zur Fusion der Kreissparkassen Soltau und Fallingbostel in Walsrode bleiben weiterhin ergebnisoffen.

Nach Angaben des Heidekreises hatten sich am 19. Februar die Vorstände und Verwaltungsräte beider Häuser sowie die Personalratsvorsitzende der Kreissparkasse Soltau auf Einladung von Landrat Jens Grote zu einem allgemeinen Austausch getroffen. Ziel war es, sich kennenzulernen und Informationen über Fusionen von Sparkassen in Deutschland und die Gründe dafür zu erhalten.

Landrat Grote hatte im Herbst vergangenen Jahres erklärt, dass er einen möglichen Zusammenschluss der beiden Sparkassen vorantreiben will, um ihre Position im Wettbewerb zu stärken. Angesichts der anstehenden Kommunalwahlen und möglicher Änderungen bei den Vorstandsposten in beiden Häusern sah er einen guten Zeitpunkt dafür.

Experten eine Beratungsgesellschaft

Experten einer Beratungsgesellschaft erläuterten nun bei den jüngsten Gesprächen allgemein, ohne Bezug auf den Heidekreis, worauf bei einem Zusammenschluss zu achten wäre. „Der Austausch soll nunmehr in den Verwaltungsräten reflektiert werden“, erklärte der Landrat auf Anfrage der BZ.

Ein weiteres Treffen sei für die erste Jahreshälfte geplant. Insider berichten, dass die bisherigen Gespräche „nicht besonders zielführend“ gewesen seien.

Die Haltungen der Sparkassen unterscheiden sich deutlich: Die Kreissparkasse Soltau zeigt sich zu einer Fusion zurückhaltender, da man sich wirtschaftlich ohnehin gut aufgestellt sieht. Zudem plant das Haus aktuell einen Neubau seiner Zentrale am Rühberg. Den Bau und die schnelle Umsetzung unterstützt die Stadt Soltau, so Bürgermeister Karsten Brockmann. Die Kreissparkasse Walsrode signalisiert dagegen größere Offenheit für eine vertiefte Zusammenarbeit.

Keine Stellungnahme der Verwaltungsräte

Die Verwaltungsräte selbst geben derzeit keine Stellungnahmen zum Inhalt der Gespräche ab, die Vorsitzenden Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (Soltau) und Karin Fedderke (Walsrode) verwiesen zu inhaltlichen Fragen an den Landrat.

Fedderke betonte, dass die Kreissparkasse Walsrode den konstruktiven Austausch begrüßt habe. „Ich nehme eine moderierende Rolle in dem aktuellen Prozess ein“, erklärte Grote gegenüber der BZ.

Ein Zeitplan für weitere Schritte wurde bislang nicht veröffentlicht. Intern heißt es, dass eine Fusion nicht vor der Kommunalwahl im Herbst erfolgen soll. Realistisch erscheint eine Entscheidung frühestens ab 2027/28, da die Verwaltungsräte bis März 2027 im Amt bleiben und Veränderungen bei den Vorständen zu erwarten sind.

Sparkassenfusionen in Deutschland

Kreissparkassen sind öffentlich-rechtliche Kreditinstitute in kommunaler Trägerschaft. Im Heidekreis gehören sowohl die Kreissparkasse Soltau als auch die Kreissparkasse Fallingbostel in Walsrode dem Landkreis.

Über einen Zusammenschluss entscheiden zunächst die Verwaltungsräte der Sparkassen mit Vertretern aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Mitarbeiterschaft. Sie können eine Prüfung oder auch konkrete Fusionsverhandlungen auf den Weg bringen und am Ende einen Zusammenschluss beschließen. In der Regel muss auch der Kreistag als Träger zustimmen und die Landesaufsicht genehmigt den Schritt.

Fusionen sind im Sparkassensektor üblich: Seit 1990 ist die Zahl der Sparkassen von 769 auf heute rund 338 gesunken. Ziel ist meist, größere, wirtschaftlich stabilere Institute zu schaffen, Kosten für Regulierung und Digitalisierung zu senken und die regionale Versorgung von Kunden und Mittelstand zu sichern.