Kupferdiebe plündern St. Johannis
Diebe haben die Fallrohre aus Kupfer an der St.-Johannis-Kirche in Soltau gestohlen. Die Gemeinde geht von 10.000 Euro Schaden aus. Außerdem kappten sie das Blitzableiter-System. Foto: at
Meterweise Kupferrohre haben Diebe von der St.-Johannis-Kirche in Soltau gestohlen. Während die Täter das Metall vermutlich für einige Hundert Euro als Schrott verkaufen können, geht die Kirchengemeinde von einem Schaden von gut 10.000 Euro aus.
Die Tat ereignete sich laut Polizei zwischen dem 31. Juli und dem 4. August. Insgesamt sieben Kupferrohre wurden im rückwärtigen Bereich der Kirche abgeschraubt. Aktuell tropft der Regen aus den höhergelegenen Resten der Rohre, die die Diebe nicht erreichten, auf die Erde.
Erster Versuch schlägt fehl
Offenbar hatten die Täter bereits einige Tage zuvor einen ersten Versuch unternommen: In der Nacht zwischen dem 14. und 15. Juli waren sie vermutlich gestört worden. Kupferrohrstücke und Schellen entdeckte der Hausmeister versteckt im Gebüsch des Kirchengartens.
Kupferdiebstahl ist im Heidekreis kein Einzelfall. Im Januar 2025 verschwanden in Munster 84 Meter Kupfer-Dachrinnen samt Standrohren von einem Golfplatz, im November wurden in Bispingen rund 32 Meter Kupfer-Fallrohre von einer Kreissparkassenfiliale abmontiert. Auf einer Baustelle in Walsrode erbeuteten Täter rund 200 Meter Kupferkabel im Wert von etwa 12.000 Euro. Auch 2026 wurden weitere Kupferdiebstähle gemeldet.
Auch Wietzendorfer Kirche Ziel von Dieben
Aber auch Kirchen waren betroffen: Vor gut einem Jahr verschwanden in Eickeloh drei Kupfer-Fallrohre von der Kirche. Anfang 2025 wurden Rohre an der St.-Jacobi-Kirche in Wietzendorf abgeschraubt, später fehlten Kupferrohre der Friedhofskapelle. In Eickeloh und Wietzendorf lag der Schaden jeweils zwischen 1000 und 1500 Euro. In Wietzendorf wurden die Rohre aus Denkmalschutzgründen wieder durch Kupfer ersetzt, in Eickeloh wurde Aluminium in Kupferoptik verwendet.
Auch in St. Johannis überlegt man einen Materialwechsel zu Aluminium oder farblich angepasstem Kunststoff, so Kirchenvorstandsvorsitzende Dorothee von Felde. Das sei inzwischen nach Rücksprache auch bei denkmalgeschützten Kirchen möglich, bestätigt Wolfgang Ezer vom Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche am Standort Celle.
Im rückwärtigen Bereich der Kirche haben die Diebe zugeschlagen. Foto: at
Kunststoff als Ersatz?
Insgesamt, so der Projektleiter, seien die Diebstähle aber ein großes Ärgernis. Es mache sich Resignation breit. Daher würden inzwischen auch nicht-denkmalgerechte Lösungen als zeitweiser Kompromiss genehmigt, etwa braune Kunststoffrohre, um nicht ständig Diebe anzulocken. „Richtig ist das natürlich nicht.“
Aber auch noch eine andere Schwierigkeit gibt es durch den Diebstahl: Der Blitzableiter der Kirche hängt nach Angaben von Feldes an den Kupferrohren, die ins Erdreich führen. Durch den Diebstahl ist damit derzeit auch der Blitzschutz unterbrochen. „Unsere Kirche ist aktuell bei einem Gewitter nicht geschützt“, sagt sie.
An den Kupferrohren hängt auch der Blitzschutz für die Kirche. Foto: at