Soltau ordnet Umfeld des geplanten Tunnels neu

Der Autoverkehr soll in Soltau künftig durch einen Straßentrog unter den Bahngleisen geführt werden. Damit sollen Staus und lange Wartezeiten an der Walsroder Straße vermieden werden. Für die Straße Am Bahnhof muss die Verkehrsführung neu geregelt werden. Foto: at

Der geplante Tunnel unter der Bahn an der Walsroder Straße ist vor allem ein Vorhaben von Bund, Land und Bahn. Die Stadt Soltau hat dabei eine andere, aber dennoch umfangreiche Aufgabe: Sie muss das Umfeld des künftigen Straßentrogs neu ordnen und dafür die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Mit dem Bebauungsplan Nr. 134 „Walsroder Straße zwischen Rühberg und Tetendorfer Straße“ wird diese Planung nun konkreter.

Ausgangspunkt ist die im September vergangenen Jahres bei einem Runden Tisch in Berlin vereinbarte Lösung für den seit Jahrzehnten problematischen Bahnübergang. Die Walsroder Straße soll künftig unter den Gleisen hindurchgeführt werden. Damit der Verkehr nach dem Bau des Trogs auch abseits der Landesstraße funktioniert, müssen zahlreiche angrenzende Straßen, Grundstückszufahrten und Bauflächen neu geordnet werden.

400 Meter langer Planungsbereich

Denn der rund 400 Meter lange Planungsbereich reicht von der Feldstraße bis zur Tetendorfer Straße und umfasst etwa 4,67 Hektar. Besonders betroffen sind die Visselhöveder Straße und die Straße Am Bahnhof. Beide können künftig nicht mehr direkt an die Walsroder Straße angebunden werden und sollen jeweils mit einer Wendemöglichkeit versehen werden. Auch die Erschließung der angrenzenden Grundstücke muss neu geregelt werden. Das gilt insbesondere für den Bereich am Bahnhof und den dortigen Vollversorger.

Bei der Visselhöveder Straße ist auch der Heidekreis als zuständiger Straßenbaulastträger beteiligt. Für die Kreisstraße muss eine neue Anbindung gefunden werden. Stadt, Landkreis, Land und Bahn müssen ihre Planungen deshalb miteinander abstimmen.

Der Verwaltungsausschuss hatte im Februar die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Im Mai legte das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Sweco den Vorentwurf vor. Der Bauausschuss billigte ihn Anfang Juni und machte damit den Weg für die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden frei. Diese Beteiligung hat inzwischen stattgefunden und lief über gut vier Wochen im Juni und Juli. Die eingegangenen Stellungnahmen werden nun im weiteren Verfahren ausgewertet.

Mit dem neuen Bebauungsplan werden zugleich Teile von vier älteren Bebauungsplänen überplant: Nr. 65 „Am Bahnhof“, Nr. 70/1 „Sandberg-West“, Nr. 70/2 „Sandberg-Ost“ und Nr. 72 „Innenstadt zwischen Rühberg und Böhme“.

Mit diesen Bereichen beschäftigt sich die Stadt Soltau im Zuge des geplanten Tunnelbaus in der Walsroder Straße. Grafik: Sweco

Urbane Gebiete mit Platz zum Wohnen

Der neue Plan soll nicht nur die Verkehrsflächen für die künftige Unterführung sichern, sondern auch die städtebauliche Entwicklung des angrenzenden innerstädtischen Bereichs neu regeln. So sollen bisherige Kerngebiete größtenteils in sogenannte urbane Gebiete umgewandelt werden. Dadurch soll neben Gewerbe und Dienstleistungen auch mehr Raum für Wohnen entstehen.

Gleichzeitig will die Stadt bestimmte Nutzungen ausschließen, darunter Vergnügungsstätten, Tankstellen sowie großflächige Lager- und Verkaufsbetriebe. Ferienwohnungen sollen nur in begrenztem Umfang zulässig sein. Auch weitere Fragen sind noch offen, etwa die konkrete Führung des Fuß- und Radverkehrs im Bereich der Unterführung. Der Schall- und Immissionsschutz soll im weiteren Verfahren durch ein Gutachten konkretisiert werden.

Der Bebauungsplan regelt dabei nicht den Bau des Tunnels selbst. Für das eigentliche Bauwerk ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr federführend. Die Stadt Soltau konzentriert sich auf die städtebauliche und verkehrliche Neuordnung des Umfelds.